Kategorie: Balkon & Garten

Von Livia Gaweiler · Veröffentlicht am

Mischkultur auf dem Balkon: Welche Pflanzen passen zusammen?

Wähle Deine Pflanzen und sieh sofort, welche Gemüse, Kräuter und Blumen sich einen Kasten oder Topf teilen können.

Jedes Frühjahr stellt sich auf dem Balkon dieselbe Frage: Was pflanze ich in den großen Kasten, und welche Kräuter passen zusammen in einen Topf? Mischkultur heißt, verschiedene Pflanzen so zu kombinieren, dass sie sich gegenseitig helfen oder zumindest nicht stören.

Finde heraus, welche Pflanzen Du miteinander kombinieren kannst. Wähle unten einfach alle Pflanzen aus, die Du kombinieren möchtest. Der Mischkultur-Finder von PlantFrand zeigt Dir dann, ob sie zusammenpassen, und schlägt geeignete Nachbarn vor.

Mischkultur-Finder von PlantFrand: Gute und schlechte Nachbarn

Mischkultur-Finder

Welche Pflanzen möchtest Du kombinieren?

Wähle eine oder mehrere Pflanzen für Deinen Kasten oder Topf.

Ideen zum Start:

Gemüse
Kräuter
Obst
Blumen

Wähle oben eine Pflanze, dann siehst Du hier ihre guten und schlechten Nachbarn.

Über den Link in Deiner Adresszeile kannst Du Deine Auswahl speichern oder teilen.

Was ist Mischkultur?

Bei einer Mischkultur wachsen verschiedene Pflanzenarten nebeneinander im selben Beet, Kasten oder Kübel. Das Gegenteil ist die Monokultur, bei der nur eine Art auf einer Fläche steht. In der Natur kommen Monokulturen kaum vor, und auch im Gemüsegarten hat sich das Mischen bewährt: Gute Nachbarn nutzen Platz, Licht und Nährstoffe besser aus, locken Nützlinge an und machen es Schädlingen schwerer.

Ehrlich gesagt beruht vieles in den Mischkultur-Tabellen auf Erfahrungen von Gärtnerinnen und Gärtnern und nicht auf Studien. Dass der Duft der Zwiebel die Möhrenfliege verwirrt, ist zum Beispiel weit verbreitet, aber kaum belegt. Gut erklärbar sind dagegen die folgenden Gründe.

Warum Mischkultur funktioniert

  • Unterschiedliche Wurzeltiefe: Flachwurzler wie Salat und Tiefwurzler wie Möhren holen sich Wasser und Nährstoffe aus verschiedenen Bodenschichten.
  • Unterschiedliche Wuchshöhe: Eine große Tomate spendet lichten Schatten, in dem Petersilie oder Salat gut zurechtkommen.
  • Unterschiedliche Erntezeit: Radieschen und Spinat sind geerntet, bevor Tomate oder Zucchini den Platz brauchen.
  • Stickstoff aus der Luft: Bohnen und Erbsen binden mit Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Stickstoff, von dem ihre Nachbarn profitieren.
  • Nützlinge: Blühende Pflanzen wie Ringelblume, Tagetes oder Borretsch locken Schwebfliegen, Bienen und Hummeln an. Die Larven der Schwebfliege fressen Blattläuse.
  • Weniger Krankheiten: Eng verwandte Pflanzen teilen sich Krankheiten. Die Kraut- und Braunfäule springt zum Beispiel leicht von der Kartoffel auf die Tomate über.

Stark-, Mittel- und Schwachzehrer

Pflanzen brauchen unterschiedlich viele Nährstoffe. Gärtner teilen sie deshalb in drei Gruppen ein:

  • Starkzehrer wie Tomate, Paprika, Gurke, Zucchini und Kohl brauchen viel Dünger und nährstoffreiche Erde.
  • Mittelzehrer wie Salat, Möhre, Zwiebel, Erdbeere und Basilikum kommen mit normaler Gemüseerde aus.
  • Schwachzehrer wie Bohnen, Radieschen und die meisten Kräuter brauchen wenig Dünger. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin und Thymian mögen sogar magere Erde.

Im Beet wechselst Du die Gruppen von Jahr zu Jahr (Fruchtfolge). Im Balkonkasten ist etwas anderes wichtiger: Pflanzen, die sich eine Erde teilen, sollten ungefähr gleich viel Dünger und Wasser brauchen. In der Mischkultur-Tabelle weiter unten siehst Du, zu welcher Gruppe die wichtigsten Balkonpflanzen gehören.

Mischkultur im Balkonkasten und Kübel

Auf dem Balkon ist der Platz knapp, und jede Pflanze teilt sich mit ihren Nachbarn ein paar Liter Erde. Diese Regeln helfen Dir beim Planen:

  1. Eine Hauptpflanze pro Kübel: Tomate, Zucchini oder Gurke brauchen jeweils einen eigenen großen Kübel. Gute Nachbarn setzt Du als Unterpflanzung an den Rand, zum Beispiel Basilikum, Tagetes oder Salat.
  2. Gleiche Ansprüche zuerst: Pflanzen in einem Topf bekommen dasselbe Licht und dasselbe Wasser. Ein guter Mischkultur-Partner hilft nichts, wenn er ständig zu nass oder zu trocken steht.
  3. Schnelle Pflanzen nutzen: Radieschen, Rucola und Pflücksalat sind nach wenigen Wochen geerntet und füllen die Lücken, solange die großen Pflanzen noch klein sind.
  4. Nicht zu eng pflanzen: Plane lieber eine Pflanze zu wenig ein als eine zu viel. Zu dicht stehende Pflanzen trocknen schlecht ab und werden leichter krank.
  5. Ausläufer bändigen: Minze und Zitronenmelisse breiten sich stark aus. Gib ihnen einen eigenen Topf.

Kräuter im Topf kombinieren

Bei Kräutern entscheidet vor allem die Herkunft, welche zusammen in einen Topf dürfen:

  • Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei, Oregano und Lavendel lieben volle Sonne, wenig Wasser und magere, durchlässige Erde. Sie passen wunderbar zusammen in einen Topf.
  • Kräuter für feuchte Erde wie Basilikum, Petersilie und Schnittlauch wollen gleichmäßig gegossen werden und brauchen mehr Nährstoffe. Basilikum fühlt sich am wohlsten zusammen mit Tomaten.
  • Einzelgänger wie Minze bekommen einen eigenen Topf, damit sie ihre Nachbarn nicht überwuchern.

Stellst Du Rosmarin und Basilikum in denselben Topf, leidet immer einer von beiden: Entweder ist die Erde für den Rosmarin zu nass oder für das Basilikum zu trocken.

Blumen als Helfer im Gemüsekasten

Ein paar Blumen machen den Gemüsekasten nicht nur bunter, sondern gesünder:

  • Tagetes: Sie lockt Schwebfliegen an und gilt als Schutz gegen Fadenwürmer (Nematoden) im Boden. Ein guter Nachbar für Tomaten, Paprika, Kohl und Erdbeeren.
  • Ringelblume: Sie lockt Nützlinge und Bestäuber an und passt zu fast allen Gemüsen.
  • Kapuzinerkresse: Sie zieht Blattläuse auf sich und hält sie so von Tomaten, Gurken und Zucchini fern. Blüten und Blätter kannst Du essen.
  • Borretsch: Er lockt Bienen und Hummeln an. Das hilft Zucchini, Gurken und Erdbeeren, die bestäubt werden müssen.

Mischkultur-Tabelle: Die wichtigsten Balkonpflanzen

Hier siehst Du die guten und schlechten Nachbarn der beliebtesten Pflanzen auf einen Blick. Alle anderen Kombinationen findest Du im Mischkultur-Finder oben.

PflanzeGute NachbarnSchlechte Nachbarn
TomateStarkzehrerBasilikum, Frühlingszwiebel, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohl & Kohlrabi, Lauch, Möhre, Paprika & Chili, Petersilie, Radieschen, Ringelblume, Salat, Schnittlauch, Spinat, Tagetes, ZwiebelErbse, Fenchel, Gurke, Kartoffel
Paprika & ChiliStarkzehrerBasilikum, Möhre, Tagetes, Tomate, ZwiebelFenchel, Kartoffel
GurkeStarkzehrerBohne, Borretsch, Dill, Fenchel, Kapuzinerkresse, Knoblauch, Kohl & Kohlrabi, Salat, Schnittlauch, ZwiebelKartoffel, Radieschen, Tomate, Zucchini
ZucchiniStarkzehrerBohne, Borretsch, Kapuzinerkresse, Ringelblume, ZwiebelGurke, Kartoffel
BohneSchwachzehrerAubergine, Bohnenkraut, Erdbeere, Gurke, Kartoffel, Kohl & Kohlrabi, Radieschen, Ringelblume, Rucola, Salat, ZucchiniErbse, Fenchel, Frühlingszwiebel, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch, Zwiebel
SalatMittelzehrerBohne, Dill, Erbse, Erdbeere, Fenchel, Frühlingszwiebel, Gurke, Kohl & Kohlrabi, Lauch, Möhre, Radieschen, Rucola, Schnittlauch, Tomate, ZwiebelPetersilie
RadieschenSchwachzehrerBohne, Erbse, Möhre, Petersilie, Salat, Spinat, TomateGurke, Kohl & Kohlrabi, Rucola
MöhreMittelzehrerErbse, Frühlingszwiebel, Knoblauch, Lauch, Paprika & Chili, Radieschen, Ringelblume, Rosmarin, Rucola, Salat, Salbei, Schnittlauch, Tomate, Zwiebel–
KnoblauchMittelzehrerErdbeere, Gurke, Möhre, Rose, TomateBohne, Erbse
BasilikumMittelzehrerAubergine, Paprika & Chili, Tomate–
RosmarinSchwachzehrerLavendel, Möhre, Oregano, Salbei, Thymian–
ErdbeereMittelzehrerBohne, Borretsch, Frühlingszwiebel, Knoblauch, Lauch, Ringelblume, Salat, Schnittlauch, Spinat, Tagetes, ZwiebelKohl & Kohlrabi

Diese Pflanzen passen nicht zusammen

Einige schlechte Nachbarschaften tauchen in fast jeder Mischkultur-Tabelle auf:

  • Tomate und Kartoffel: Beide sind Nachtschattengewächse und bekommen die Kraut- und Braunfäule. Halte sie möglichst weit auseinander.
  • Tomate und Gurke: Die Gurke mag feucht-warme Luft, die Tomate trockene Blätter. Die feuchte Luft fördert bei der Tomate die Braunfäule.
  • Bohnen oder Erbsen und Zwiebelgewächse: Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Schnittlauch sollen die Knöllchenbakterien hemmen, mit denen Hülsenfrüchte Stickstoff binden.
  • Kohl, Radieschen und Rucola: Alle drei sind Kreuzblütler und locken gemeinsam Erdflöhe an.
  • Gurke und Zucchini: Beide sind Kürbisgewächse und geben sich gegenseitig den Mehltau weiter.
  • Fenchel: Er gilt als Wachstumsbremse für viele Nachbarn und steht am besten allein.

Häufige Fragen zur Mischkultur

Kann ich Tomaten und Gurken zusammen pflanzen?

Besser nicht. Gurken brauchen feucht-warme Luft, Tomaten wollen luftig und trocken stehen. In feuchter Luft bekommen Tomaten leichter die Braunfäule. Stell die beiden auf dem Balkon lieber in getrennte Kübel mit etwas Abstand.

Was passt zu Basilikum?

Basilikum ist der klassische Partner für Tomaten. Auch neben Paprika und Auberginen fühlt es sich wohl, weil alle drei viel Sonne und Wärme brauchen. Mit Rosmarin, Thymian oder Salbei teilt es sich dagegen keinen Topf, denn diese Kräuter mögen es trocken.

Welche Kräuter kann ich zusammen in einen Topf pflanzen?

Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano passen gut zusammen, weil sie alle trockene, magere Erde und volle Sonne mögen. Petersilie und Schnittlauch kannst Du ebenfalls kombinieren. Minze pflanzt Du am besten allein, weil sie mit ihren Ausläufern andere Kräuter verdrängt.

Welche Blumen passen in den Gemüsekasten?

Tagetes, Ringelblume, Kapuzinerkresse und Borretsch sind bewährte Begleiter. Sie locken Nützlinge und Bestäuber an und gelten als Schutz gegen Schädlinge. Ringelblume, Kapuzinerkresse und Borretsch sind außerdem essbar.

Spielt Mischkultur im Balkonkasten überhaupt eine Rolle?

Ja, aber anders als im Beet. Weil sich die Pflanzen sehr wenig Erde teilen, ist es im Kasten am wichtigsten, dass sie ähnlich viel Licht, Wasser und Dünger brauchen. Die klassischen guten und schlechten Nachbarn sind die zweite Frage. Der Mischkultur-Finder prüft deshalb beides.