
Rosmarin (Salvia rosmarinus): Pflege, Schneiden & Überwintern
Rosmarin
Salvia rosmarinus
Familie: Lamiaceae
Von Livia Gaweiler · Veröffentlicht am
Pflege
Gießen
Alle 35 Tage
Standort
hell
Substrat
Kräuter- und Gemüseerde
Typische Größe
30 cm
Vermehrung
0 % vermehrt
Häufigster Schädling
Keine bekannt
Erinnerungen fürs Gießen
Die PlantFrand-App sagt Dir, wann Deine Salvia rosmarinus Durst hat.
Rosmarin (Salvia rosmarinus) ist eines der beliebtesten Küchenkräuter und verbreitet mit seinen nadelförmigen Blättern sofort Urlaubsstimmung. Der immergrüne Strauch stammt aus dem Mittelmeerraum und liebt Sonne, Wärme und magere Erde. Mit dem richtigen Standort, sparsamem Gießen und einem guten Winterschutz wird die Rosmarin-Pflanze viele Jahre alt und versorgt Dich das ganze Jahr mit frischen Zweigen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Standort: vollsonnig, warm und geschützt
- Gießen: sparsam, erst wenn die obere Erdschicht trocken ist; im Topf aber nie ganz austrocknen lassen
- Erde: durchlässig, sandig und nährstoffarm, z. B. Kräutererde mit Sand
- Düngen: kaum nötig, im Topf ein- bis zweimal im Jahr organischer Kräuterdünger
- Schneiden: im Frühjahr nach den letzten Frösten, nicht ins alte Holz
- Winterhart: nur bedingt, je nach Sorte bis etwa −10 °C; im Topf besser hell und kühl überwintern
- Vermehrung: über Stecklinge im Frühjahr oder Sommer
- Giftig: nein, er gilt als ungiftig für Katzen und Hunde
Rosmarin Pflege
Welcher Standort ist ideal für Rosmarin?
Der ideale Standort für Rosmarin ist vollsonnig, warm und vor Wind geschützt, etwa auf einem Südbalkon, an einer Hauswand oder in einem Kräuterbeet in voller Sonne. Je mehr Sonne er bekommt, desto kräftiger wird sein Aroma. Im Halbschatten wächst er zwar auch, wird aber lang und dünn und schmeckt weniger intensiv.
Dies sind die Standorte, an denen die PlantFrand-Community ihre Salvia rosmarinus platziert:
100% hell
Als Zimmerpflanze ist Rosmarin nur bedingt geeignet. Auf einer Fensterbank bekommt er meist zu wenig Licht, und die warme, trockene Heizungsluft macht ihn anfällig für Schädlinge. Stelle ihn deshalb von Frühling bis Herbst nach draußen.
Rosmarin pflanzen
Die beste Pflanzzeit für Rosmarin ist im Frühjahr ab Mitte Mai, wenn keine starken Fröste mehr drohen. So hat er bis zum Winter genug Zeit, um gut einzuwurzeln. Im Beet pflanzt Du ihn mit etwa 40 bis 50 cm Abstand zu anderen Pflanzen. Gute Nachbarn sind andere mediterrane Kräuter wie Thymian, Salbei, Oregano und Lavendel, die ebenfalls viel Sonne und wenig Wasser mögen. Mehr Kombinationen findest Du in unserem Artikel zur Mischkultur.
Basilikum und Minze passen dagegen nicht in denselben Topf, denn sie brauchen viel mehr Wasser und Nährstoffe.
Rosmarin im Topf
Rosmarin im Topf wächst sehr gut, solange der Topf groß genug ist und ein Abzugsloch hat. Ideal sind Töpfe aus Ton oder Terrakotta, denn sie lassen überschüssige Feuchtigkeit verdunsten. Eine Drainageschicht aus Blähton oder Kies am Boden schützt zusätzlich vor Staunässe. Topfe Deinen Rosmarin etwa alle zwei Jahre im Frühjahr in einen etwas größeren Topf mit frischer Erde um.
Rosmarin gießen
Rosmarin gießt Du sparsam. Er ist an trockene Sommer angepasst und verträgt kurze Trockenheit viel besser als nasse Füße. Gieße ihn erst, wenn die obere Erdschicht gut abgetrocknet ist, und schütte überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer weg.
Im Beet musst Du einen eingewachsenen Rosmarin nur bei langer Trockenheit gießen. Im Topf sieht es anders aus: Hier trocknet der Wurzelballen im Sommer schnell aus, und das verzeiht Rosmarin nicht. Seine Nadeln zeigen Trockenheit erst, wenn es zu spät ist. Kontrolliere die Erde im Topf deshalb im Sommer regelmäßig.
Welche Erde braucht Rosmarin?
Die beste Erde für Rosmarin ist durchlässig, sandig und eher nährstoffarm, gerne auch etwas kalkhaltig. Gut geeignet ist Kräuter- oder Mediterranerde. Normale Blumenerde mischst Du am besten zu etwa einem Drittel mit Sand oder feinem Kies, damit Wasser gut abfließt.
Dies sind die in der PlantFrand-Community am meisten verwendeten Substrate für die Salvia rosmarinus:
Substrate für Pflanzen findest Du in jedem Baumarkt, Gartencenter und vielen Geschäften, die Pflanzen verkaufen. Alternativ kannst Du passende Substrate für Deine Salvia rosmarinus auch online kaufen.
* Hinweis: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.
Düngen
Rosmarin ist ein Schwachzehrer und braucht kaum Dünger. Im Beet reicht etwas Kompost im Frühjahr. Im Topf düngst Du ihn ein- bis zweimal zwischen April und Juli mit einem organischen Kräuterdünger. Ab August düngst Du nicht mehr, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen können. Zu viel Dünger macht das Aroma schwächer und die Pflanze anfälliger für Frost.
Passende Düngemittel für die Salvia rosmarinus
Das Angebot organischer Düngemittel ist groß und Du kannst sie sowohl online als auch in den Geschäften in Deiner Nähe finden. COMPO ist eine sehr zu empfehlende Marke, wenn Du Flüssigdünger bevorzugst.
Düngestäbchen sind eine gute Alternative zum Flüssigdünger. Die Stäbchen von KleePura sind allgemein für Gemüse, Kräuter und Obst zu empfehlen, da das organische Mittel keine negativen Folgen beim späteren Verzehr verursachen wird.
Wichtig: Beachte bitte immer die Hinweise des Herstellers, wenn Du Deine Pflanzen mit dessen Produkten düngst. Auch wenn organischer Dünger für Pflanzen geeignet sind, die Du direkt oder deren Früchte Du verzehren möchtest, so kann eine zu hohe Dosierung schädlich für Deine Gesundheit und die Deiner Pflanze sein.
* Hinweis: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.
Rosmarin schneiden
Regelmäßiges Schneiden hält den Rosmarin-Strauch kompakt und buschig und verhindert, dass er von unten verkahlt.
Wann Rosmarin schneiden?
Die beste Zeit, um Rosmarin zu schneiden, ist im Frühjahr, sobald keine starken Fröste mehr drohen, meist im März oder April. Ein zweiter, leichter Schnitt ist direkt nach der Blüte möglich. Ab Ende August solltest Du nicht mehr kräftig schneiden: Die neuen Triebe würden bis zum Winter nicht mehr verholzen und erfrieren leicht.
So schneidest Du Rosmarin richtig
- Werkzeug vorbereiten: Nimm eine scharfe, saubere Gartenschere.
- Triebe kürzen: Schneide die Triebe des letzten Jahres um etwa ein Drittel bis zur Hälfte zurück.
- Im Grünen bleiben: Schneide immer nur im benadelten Bereich und lass an jedem Trieb einige grüne Nadeln stehen. Aus kahlem, altem Holz treibt Rosmarin nur schlecht wieder aus.
- Auslichten: Entferne vertrocknete und nach innen wachsende Triebe ganz.
Verholzten Rosmarin schneiden
Ist Dein Rosmarin unten stark verholzt und kahl, kannst Du ihn nicht mit einem radikalen Schnitt retten. Verjünge ihn stattdessen über zwei bis drei Jahre: Schneide jedes Frühjahr nur einige der ältesten Triebe bis knapp über einem grünen Seitentrieb zurück. So bekommt die Pflanze Zeit, von unten neu auszutreiben.
Ist Rosmarin winterhart?
Rosmarin ist nur bedingt winterhart. Die meisten Sorten vertragen Frost bis etwa −5 bis −10 °C, besonders robuste Sorten wie 'Arp' oder 'Blue Winter' auch etwas mehr. Winterharter Rosmarin übersteht milde Winter in Weinbaugebieten oft problemlos im Beet. In kalten Regionen oder bei langen Frostperioden erfriert er aber trotzdem.
Ob Dein Rosmarin den Winter übersteht, hängt nicht nur von der Kälte ab: Häufig stirbt er an Nässe im Winter oder vertrocknet bei gefrorenem Boden, weil seine Wurzeln dann kein Wasser aufnehmen können.
Rosmarin überwintern im Beet
Im Beet schützt Du den Rosmarin mit einer dicken Schicht Laub oder Reisig über dem Wurzelbereich. Bei starkem Frost legst Du zusätzlich ein Wintervlies über die Pflanze. An frostfreien Tagen gießt Du ein wenig, wenn der Boden trocken ist.
Rosmarin im Topf überwintern
Im Topf friert der Wurzelballen viel schneller durch als im Beet. Am sichersten überwinterst Du Rosmarin im Topf deshalb hell und kühl bei etwa 5 bis 10 °C, zum Beispiel in einem hellen Treppenhaus, einem kühlen Wintergarten oder einer frostfreien Garage mit Fenster. Gieße ihn dort nur so viel, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.
Willst Du ihn draußen lassen, stelle den Topf an eine geschützte Hauswand, auf eine isolierende Unterlage aus Holz oder Styropor und wickle ihn in Jute oder Vlies ein. Ab März darf er wieder nach draußen, gewöhne ihn aber langsam an die Sonne. Wie Du andere mediterrane Kübelpflanzen überwinterst, liest Du im Artikel über den Echten Lorbeer.
Rosmarin vermehren
Rosmarin zu vermehren gelingt am einfachsten über Stecklinge. Die Aussaat ist ebenfalls möglich, dauert aber lange und die Samen keimen unzuverlässig.
Rosmarin Stecklinge und Ableger
- Schneide im Frühjahr oder Frühsommer etwa 10 cm lange, noch nicht verholzte Triebspitzen ab.
- Entferne die Nadeln an der unteren Hälfte.
- Stecke die Stecklinge etwa 3 bis 4 cm tief in einen Topf mit feuchter, sandiger Anzuchterde.
- Stelle sie hell, aber ohne direkte Sonne auf, und halte die Erde leicht feucht.
Nach vier bis sechs Wochen haben die Stecklinge Wurzeln gebildet. Du erkennst das daran, dass sie neu austreiben. Auch im Wasserglas bewurzeln sich Rosmarin-Stecklinge, die Wurzeln sind dann aber empfindlicher beim Umsetzen in Erde.
Eine weitere einfache Methode sind Absenker: Biege einen langen, bodennahen Trieb zur Erde, ritze die Rinde an der Stelle leicht an und befestige ihn mit etwas Erde darüber. Hat er Wurzeln gebildet, trennst Du den Ableger von der Mutterpflanze.
Rosmarin ernten und verwenden
Rosmarin ernten
Rosmarin kannst Du das ganze Jahr über ernten, da er immergrün ist. Am aromatischsten ist er kurz vor der Blüte und an sonnigen Vormittagen. Schneide dafür ganze Triebspitzen von 5 bis 10 cm ab, statt einzelne Nadeln abzuzupfen. So erntest Du und schneidest den Strauch gleichzeitig in Form. Im Winter erntest Du nur sparsam, weil die Pflanze dann kaum nachwächst.
Rosmarin trocknen und einfrieren
Rosmarin trocknen ist ganz einfach: Binde einige Zweige zu einem lockeren Bund und hänge ihn kopfüber an einen luftigen, schattigen Ort. Nach etwa zwei Wochen sind die Nadeln trocken und rascheln. Streife sie dann ab und bewahre sie in einem dunklen, luftdicht verschlossenen Glas auf. Schneller geht es im Backofen bei höchstens 40 °C mit leicht geöffneter Tür.
Du kannst Rosmarin auch einfrieren, entweder als ganze Zweige im Gefrierbeutel oder gehackt mit etwas Öl in der Eiswürfelform. So bleibt das Aroma besonders gut erhalten.
Verwendung
In der Küche passt Rosmarin zu Kartoffeln, Lamm, Geflügel, Gemüse aus dem Ofen und Focaccia. Sein Aroma ist intensiv, harzig und leicht bitter. Weil es beim Kochen kräftig bleibt, gibst Du Rosmarin am besten schon früh zum Gericht. Aus frischen oder getrockneten Nadeln kannst Du auch Rosmarin-Tee zubereiten.
Ist Rosmarin giftig für Katzen?
Nein, Rosmarin gilt als ungiftig für Katzen, Hunde und Menschen. Die meisten Katzen meiden ihn wegen seines starken Duftes ohnehin. Vorsicht ist nur beim ätherischen Rosmarinöl geboten: In konzentrierter Form kann es für Haustiere schädlich sein. Schwangere sollten Rosmarin außerdem nicht in großen Mengen als Tee oder Heilmittel zu sich nehmen, als Gewürz in normalen Mengen ist er aber unbedenklich.
Eigenschaften des Rosmarins
Herkunft und Name
Rosmarin wächst wild in den trockenen, sonnigen Küstenregionen rund um das Mittelmeer. Dort wird er zu einem großen, dichten Strauch. Sein alter Name Rosmarinus officinalis stammt vom lateinischen ros marinus, was „Tau des Meeres“ bedeutet.
Seit 2017 zählen Botaniker den Rosmarin zur Gattung Salbei, deshalb heißt er heute korrekt Salvia rosmarinus. Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass er eng mit dem Salbei verwandt ist. Er gehört damit, wie Salbei, Thymian, Basilikum und Minze, zur Familie der Lippenblütler. Im Handel findest Du ihn aber noch oft unter dem alten Namen.
Blätter
Die Blätter des Rosmarins sehen aus wie Nadeln: Sie sind schmal, ledrig, oben dunkelgrün und unten silbrig-weiß behaart. Ihre Ränder sind nach unten eingerollt. So verdunsten sie in der Sommerhitze nur wenig Wasser. Zerreibst Du sie zwischen den Fingern, duften sie stark nach ätherischen Ölen.
Blüte
Die Rosmarin-Blüte erscheint meist von März bis Mai, bei manchen Sorten noch einmal im Herbst. Die kleinen Lippenblüten sind hellblau bis violett, bei einigen Sorten auch weiß oder rosa. Sie sitzen dicht an den Triebspitzen und sind bei Bienen und Hummeln sehr beliebt. Die Blüten sind essbar und schmecken mild nach Rosmarin.
Wie groß wird Rosmarin?
Im Topf wird Rosmarin meist 30 bis 100 cm hoch. Im Beet kann der Rosmarin-Strauch über die Jahre 1 bis 1,5 Meter erreichen, in seiner Heimat am Mittelmeer sogar bis zu 2 Meter. Mit dem Alter verholzen seine Triebe von unten.
Rosmarin Sorten
Neben dem aufrecht wachsenden Rosmarin gibt es kriechende und hängende Sorten, die schön über Mauern oder Balkonkästen wachsen. Einige bekannte Rosmarin-Sorten sind:
- 'Arp': gilt als eine der winterhärtesten Sorten, mit hellblauen Blüten.
- 'Blue Winter': ebenfalls recht frosthart und kräftig im Aroma.
- 'Prostratus': kriechender, hängender Rosmarin für Ampeln, Mauern und Kästen. Er ist frostempfindlicher.
- 'Majorca Pink': eine Sorte mit rosa Blüten.
Krankheiten und Schädlinge
Rosmarin wird braun oder vertrocknet
Braune Nadeln beim Rosmarin haben meist eine dieser Ursachen:
- Staunässe: Werden die Nadeln braun, obwohl die Erde feucht ist, faulen die Wurzeln. Topfe den Rosmarin in trockene, sandige Erde um und gieße deutlich weniger.
- Trockenheit im Topf: Ist der Wurzelballen einmal komplett ausgetrocknet, vertrocknet der Rosmarin oft innerhalb weniger Tage.
- Frost oder Wintertrockenheit: Ist Dein Rosmarin nach dem Winter braun, haben ihm Kälte oder gefrorener Boden zugesetzt.
Kommt ein vertrockneter Rosmarin wieder? Kratze mit dem Fingernagel etwas Rinde an einem Trieb ab. Ist das Holz darunter noch grün, lebt der Trieb und Du kannst die braunen Spitzen bis in den grünen Bereich zurückschneiden. Ist es überall braun und trocken, lässt sich der Rosmarin leider nicht mehr retten.
Krankheiten
Im Winterquartier oder bei feuchter, stehender Luft bekommt Rosmarin manchmal Echten Mehltau, einen weißen, abwischbaren Belag auf den Nadeln. Stelle ihn luftiger und schneide befallene Triebe ab. Wurzelfäule entsteht fast immer durch Staunässe.
Schädlinge
In warmen, trockenen Winterquartieren befallen Spinnmilben den Rosmarin, manchmal auch Wollläuse oder Schildläuse. Draußen fressen gelegentlich der metallisch grün-violett schimmernde Rosmarinkäfer und seine Larven an den Nadeln. Sammle sie einfach ab.
Sieht so aus, als gäbe es noch keine Daten über Schädlinge, die sich gern über die Salvia rosmarinus hermachen. Aktuell sind nämlich 100% dieser Pflanzen in der PlantFrand-Community schädlingsfrei.




