
Rucola (Eruca vesicaria): Aussaat, Anbau, Pflege & Ernte
Rucola · Wilde Senfrauke · Senfrauke
Eruca vesicaria
Familie: Brassicaceae
Von Livia Gaweiler · Veröffentlicht am
Pflege
Gießen
Alle 6 Tage
Standort
sonnig
Substrat
Kräuter- und Gemüseerde
Typische Größe
19 cm
Vermehrung
100 % vermehrt
Häufigster Schädling
Keine bekannt
Erinnerungen fürs Gießen
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Rucola (Eruca vesicaria), auch Rauke, Salatrauke oder Senfrauke genannt, ist ein einjähriges Salatkraut mit nussig-scharfem Geschmack. Seine länglichen, gezackten Blätter passen in Salate, auf Pizza und zu Pasta. Rucola wächst so schnell wie kaum ein anderes Gemüse: Schon wenige Wochen nach der Aussaat kannst Du die ersten Blätter ernten. Er gedeiht im Gartenbeet genauso wie im Balkonkasten oder in einem Topf auf der Fensterbank und eignet sich deshalb gut für Anfänger. Rucola gehört zu den Kreuzblütlern (Brassicaceae) und ist damit ein Verwandter von Kohl, Radieschen und Senf.
Das Wichtigste in Kürze:
- Standort: sonnig bis halbschattig, im Hochsommer lieber halbschattig
- Gießen: gleichmäßig feucht halten, ohne Staunässe
- Erde: lockere, humose Gemüse- oder Kräutererde
- Düngen: kaum nötig, im Beet reicht etwas Kompost vor der Aussaat
- Aussaat: von März bis September direkt ins Beet oder in den Kasten
- Ernte: etwa vier bis sechs Wochen nach der Aussaat, mehrmals nacheinander
- Winterhart: nein, Rucola ist einjährig, späte Aussaaten halten aber leichten Frost aus
- Giftig: nein, er gilt als ungiftig für Menschen, Katzen und Hunde
Rucola anbauen
Rucola aussäen
Rucola ziehst Du am einfachsten aus Samen. Er keimt schnell und zuverlässig, und Vorziehen lohnt sich kaum. Säe ihn deshalb direkt dort aus, wo er wachsen soll.
So gehst Du vor:
- Zeitpunkt wählen: Draußen säst Du von März bis September. Rucola keimt schon bei etwa 10 °C. Auf einer hellen Fensterbank klappt die Aussaat das ganze Jahr.
- Samen verteilen: Säe die Samen in Reihen mit etwa 15 bis 20 Zentimetern Abstand oder breitflächig im Kasten.
- Dünn bedecken: Bedecke die Samen nur mit etwa einem halben Zentimeter Erde und drücke sie leicht an.
- Feucht halten: Halte die Erde gleichmäßig feucht. Nach etwa fünf bis zehn Tagen erscheinen die ersten Keimlinge.
- Vereinzeln: Stehen die Pflänzchen zu dicht, ziehst Du die schwächsten heraus, sodass zwischen den übrigen etwa 5 bis 10 Zentimeter Platz bleiben. Die ausgezupften Keimlinge kannst Du gleich essen.
Die beste Zeit: Frühjahr und Spätsommer
Rucola mag es eher kühl. Im Frühjahr und im Spätsommer wächst er am besten und bildet zarte, mild-würzige Blätter. In der Sommerhitze und bei langen Tagen schießt er dagegen schnell: Er bildet einen Blütenstängel, und die Blätter werden kleiner, härter und deutlich schärfer. Säst Du im Juni oder Juli, wähle deshalb einen halbschattigen Platz und halte die Erde gut feucht.
Rucola im Topf und auf dem Balkon
Rucola braucht nur wenig Platz und wurzelt flach. Ein Balkonkasten oder Topf mit etwa 15 Zentimetern Tiefe reicht völlig aus. Achte auf ein Abzugsloch, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Im Kasten kannst Du die Samen breitflächig aussäen und die Blätter später wie Kresse oder Schnittsalat ernten.
Auf der Fensterbank wächst Rucola auch im Winter, solange er genug Licht bekommt. Dort bleibt er meist etwas kleiner und zarter als im Freien.
Rucola in Mischkultur
Weil Rucola schnell und flach wächst, passt er gut in die Lücken zwischen Gemüse, das langsamer wächst oder tiefer wurzelt.
Diese Pflanzen kannst Du gut mit Rucola kombinieren:
Nicht neben Rucola pflanzen solltest Du andere Kreuzblütler wie Kohl, Kohlrabi oder Radieschen. Sie teilen sich Schädlinge wie Erdflöhe und Krankheiten wie die Kohlhernie. Aus demselben Grund säst Du Rucola erst nach drei bis vier Jahren wieder an eine Stelle, an der vorher Kreuzblütler standen. Mehr Kombinationen findest Du in unserem Artikel zur Mischkultur.
Pflege von Rucola
Standort
Rucola wächst an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Im Frühjahr und Herbst darf er ruhig in der Sonne stehen. Im Hochsommer ist ein halbschattiger Platz besser, denn in der prallen Sonne schießt er schneller und schmeckt sehr scharf.
Dies sind die Standorte, an denen die PlantFrand-Community ihre Eruca vesicaria platziert:
100% sonnig
Gießen
Halte die Erde gleichmäßig feucht. Trockenheit macht die Blätter zäh und scharf und lässt Rucola früher blühen. Staunässe verträgt er aber ebenso wenig. Im Topf und Balkonkasten prüfst Du am besten regelmäßig mit dem Finger, ob die oberste Erdschicht angetrocknet ist. An heißen Tagen kann es nötig sein, täglich zu gießen.
Gieße am besten morgens und direkt auf die Erde, nicht über die Blätter. So trocknen sie schnell ab, und Pilzkrankheiten haben es schwerer.
Substrat
Rucola braucht eine lockere, humose Erde, die Wasser gut hält, aber nicht vernässt. Im Topf eignet sich Gemüse- oder Kräutererde. Im Garten wächst er in fast jedem normalen Gartenboden, solange dieser nicht verdichtet ist.
Dies sind die in der PlantFrand-Community am meisten verwendeten Substrate für die Eruca vesicaria:
Substrate für Pflanzen findest Du in jedem Baumarkt, Gartencenter und vielen Geschäften, die Pflanzen verkaufen. Alternativ kannst Du passende Substrate für Deine Eruca vesicaria auch online kaufen.
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Düngen
Rucola ist ein Schwachzehrer und braucht nur wenige Nährstoffe. Im Beet reicht es, den Boden vor der Aussaat mit etwas Kompost zu verbessern. In frischer Erde im Topf musst Du bei der kurzen Kulturzeit meist gar nicht düngen. Erntest Du einen Topf über viele Wochen immer wieder, gibst Du etwa alle vier Wochen eine schwache Dosis organischen Dünger.
Dünge Rucola nicht zu stark, vor allem nicht mit viel Stickstoff. Wie Spinat und Salat speichert er Nitrat in den Blättern, und zu viel Dünger erhöht diesen Gehalt. Da Du die Blätter essen möchtest, verwendest Du außerdem am besten ausschließlich organischen Dünger.
Passende Düngemittel für die Eruca vesicaria
Das Angebot organischer Düngemittel ist groß und Du kannst sie sowohl online als auch in den Geschäften in Deiner Nähe finden. COMPO ist eine sehr zu empfehlende Marke, wenn Du Flüssigdünger bevorzugst.
Düngestäbchen sind eine gute Alternative zum Flüssigdünger. Die Stäbchen von KleePura sind allgemein für Gemüse, Kräuter und Obst zu empfehlen, da das organische Mittel keine negativen Folgen beim späteren Verzehr verursachen wird.
Wichtig: Beachte bitte immer die Hinweise des Herstellers, wenn Du Deine Pflanzen mit dessen Produkten düngst. Auch wenn organischer Dünger für Pflanzen geeignet sind, die Du direkt oder deren Früchte Du verzehren möchtest, so kann eine zu hohe Dosierung schädlich für Deine Gesundheit und die Deiner Pflanze sein.
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Umtopfen
Rucola musst Du nicht umtopfen. Er lebt nur wenige Monate und wird meist direkt in sein endgültiges Gefäß gesät. Hast Du einen Topf Rucola im Supermarkt gekauft, kannst Du ihn mit dem ganzen Ballen in einen größeren Topf oder Balkonkasten mit frischer Erde setzen. Dann wächst er nach dem Ernten besser nach.
Vermehrung
Rucola vermehrst Du über Samen. Lässt Du im Sommer ein paar Pflanzen blühen, bilden sich danach schmale Schoten mit den Samen. Sobald die Schoten gelblich-braun und trocken sind, schneidest Du die Stängel ab und lässt sie in einer Papiertüte nachtrocknen. Die Samen fallen dann von selbst heraus. Trocken und dunkel gelagert keimen sie mehrere Jahre lang.
Im Garten sät sich Rucola oft von selbst aus, wenn Du einige Pflanzen stehen lässt.
Vermehrung
100 %
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Rucola ernten
Blätter ernten
Die ersten Blätter kannst Du etwa vier bis sechs Wochen nach der Aussaat ernten, wenn sie 10 bis 15 Zentimeter lang sind. Junge Blätter schmecken am mildesten. Du hast zwei Möglichkeiten:
- Einzelne Blätter pflücken: Pflücke immer die äußeren, größeren Blätter und lass das Herz in der Mitte stehen. So wächst die Pflanze weiter.
- Ganz abschneiden: Schneide alle Blätter etwa zwei bis drei Zentimeter über dem Boden ab. Solange das Herz stehen bleibt, treibt Rucola wieder aus, und Du kannst zwei- bis dreimal ernten.
Rucola schmeckt frisch am besten. Im Kühlschrank hält er sich in einem feuchten Tuch oder einer Dose nur wenige Tage.
Blüten ernten
Auch die Blüten sind essbar. Sie schmecken mild-würzig und sehen hübsch im Salat aus. Sobald Rucola blüht, werden die Blätter allerdings schärfer und bitterer. Möchtest Du vor allem Blätter ernten, säst Du am besten rechtzeitig neu aus.
Rucola in der Küche
Rucola ist vor allem aus der italienischen Küche bekannt. Sein nussig-scharfer Geschmack kommt von Senfölen, wie sie auch in Senf, Kresse und Radieschen stecken. So kannst Du ihn verwenden:
- Salat: pur mit Olivenöl, Balsamico und Parmesan oder gemischt mit milderen Salaten
- Pizza und Pasta: frisch auf die fertige Pizza oder unter die heiße Pasta, denn beim Kochen fällt er schnell zusammen
- Pesto: statt oder zusammen mit Basilikum
- Brot und Sandwiches: als würzige Schicht statt Blattsalat
Ist Rucola gesund?
Rucola enthält Vitamin C, Vitamin K, Folsäure und Mineralstoffe wie Calcium und Kalium. Die Senföle, die für seinen scharfen Geschmack sorgen, werden auf mögliche gesundheitsfördernde Wirkungen untersucht. Belegt ist das aber noch nicht ausreichend.
Rucola gehört zu den Gemüsesorten mit besonders viel Nitrat. In üblichen Mengen ist das kein Problem. Selbst angebauter Rucola, der sparsam gedüngt und am Nachmittag geerntet wird, enthält in der Regel weniger davon.
Ist Rucola giftig?
Nein, Rucola ist nicht giftig. Für Menschen ist er ein bekanntes Salatgemüse, und auch für Katzen und Hunde gilt er als ungiftig. Frisst Dein Haustier größere Mengen davon, kann die Schärfe aber den Magen reizen.
Eigenschaften von Rucola
Herkunft
Rucola stammt aus dem Mittelmeerraum und Westasien. Schon die alten Römer nutzten ihn als Gewürz- und Salatpflanze. Heute wird er vor allem in Italien angebaut, ist aber längst auch bei uns ein fester Bestandteil der Küche.
Ist Rucola winterhart oder mehrjährig?
Rucola ist einjährig: Er keimt, wächst, blüht und bildet Samen in einer einzigen Saison und stirbt danach ab. Leichten Frost verträgt er aber recht gut. Säst Du im August oder September, kannst Du im Herbst oft bis in den Winter hinein ernten, besonders unter einem Vlies, im Frühbeet oder im Gewächshaus.
Blätter
Die Blätter wachsen zuerst als Rosette direkt über dem Boden. Sie sind länglich, sattgrün und am Rand mehr oder weniger tief gelappt oder gezackt. Junge Blätter sind oft noch fast glatt und erst später typisch gezackt.
Blüten
Von Mai bis September bildet Rucola einen verzweigten Blütenstängel mit cremeweißen bis hellgelben Blüten. Ihre vier Blütenblätter sind von feinen violetten Adern durchzogen. Die Blüten werden gern von Bienen und anderen Insekten besucht.
Früchte
Aus den Blüten entwickeln sich schmale, aufrecht stehende Schoten von etwa zwei bis drei Zentimetern Länge. Darin liegen die kleinen, rundlichen Samen.
Größe und Wuchs
Solange Rucola Blätter bildet, wird er etwa 15 bis 30 Zentimeter hoch. Mit dem Blütenstängel wächst er auf 50 bis 80 Zentimeter heran.
Größe in der Community
Die Hälfte aller Eruca vesicaria in der PlantFrand-Community ist zwischen 18 cm und 19 cm hoch, typisch sind 19 cm.
Rucola oder Wilde Rauke? Ähnliche Pflanzen
Im Handel findest Du zwei verschiedene Pflanzen unter dem Namen Rucola. Neben der Salatrauke (Eruca vesicaria), um die es in diesem Artikel geht, wird oft auch die Wilde Rauke (Diplotaxis tenuifolia) verkauft. So unterscheidest Du sie:
- Blätter: Die Salatrauke hat breitere, weichere Blätter. Die Blätter der Wilden Rauke sind schmaler und tiefer eingeschnitten.
- Geschmack: Die Wilde Rauke schmeckt meist noch kräftiger und schärfer.
- Blüten: Die Salatrauke blüht cremeweiß mit violetten Adern, die Wilde Rauke leuchtend gelb.
- Lebensdauer: Die Salatrauke ist einjährig, die Wilde Rauke dagegen mehrjährig und winterhart.
Krankheiten und Schädlinge
Rucola ist im Allgemeinen robust, und seine kurze Kulturzeit lässt Krankheiten wenig Zeit. Probleme gibt es vor allem bei Trockenheit und dort, wo vorher schon Kreuzblütler gewachsen sind.
Die häufigsten Schädlinge
Der häufigste Schädling an Rucola sind Erdflöhe. Diese winzigen, springenden Käfer fressen kleine runde Löcher in die Blätter, vor allem bei warmem, trockenem Wetter. Die Pflanze überlebt das meist, die Blätter sehen aber nicht mehr schön aus. Am besten hilfst Du vorbeugend: Halte die Erde gleichmäßig feucht, denn Erdflöhe mögen es trocken, und decke das Beet mit einem engmaschigen Kulturschutznetz ab.
Gelegentlich treten auch Blattläuse auf. Ein leichter Befall lässt sich oft schon mit einem kräftigen Wasserstrahl abspülen. Da Du Rucola essen möchtest, solltest Du auf chemische Mittel verzichten. Junge Pflanzen im Beet werden zudem gern von Schnecken angefressen.
Sieht so aus, als gäbe es noch keine Daten über Schädlinge, die sich gern über die Eruca vesicaria hermachen. Aktuell sind nämlich 100% dieser Pflanzen in der PlantFrand-Community schädlingsfrei.
Krankheiten
Bei feuchtem, kühlem Wetter kann Falscher Mehltau auftreten. Er zeigt sich durch gelbliche Flecken auf der Blattoberseite und einen grauweißen Belag auf der Unterseite. Halte genug Abstand zwischen den Pflanzen und gieße nicht über die Blätter, dann trocknen sie schneller ab. Befallene Blätter entfernst Du am besten sofort.
Kümmert Rucola trotz guter Pflege und hat er verdickte, knotige Wurzeln, steckt oft die Kohlhernie dahinter. Diese Krankheit befällt alle Kreuzblütler und hält sich viele Jahre im Boden. Entferne befallene Pflanzen mitsamt den Wurzeln über den Hausmüll und baue an dieser Stelle mehrere Jahre lang keine Kreuzblütler an.




