
Radieschen & Rettich (Raphanus sativus): Säen, Pflege & Ernte
Radieschen · Garten-Rettich · Gartenrettich
Raphanus sativus
Familie: Brassicaceae
Von Livia Gaweiler · Veröffentlicht am
Pflege
Gießen
unklar
Standort
unklar
Substrat
unklar
Typische Größe
unklar
Vermehrung
0 % vermehrt
Häufigster Schädling
Andere
Erinnerungen fürs Gießen
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Radieschen gehören zu den schnellsten und einfachsten Gemüsen, die Du selbst anbauen kannst: Schon vier Wochen nach der Aussaat ziehst Du die ersten knackigen, scharfen Knollen aus der Erde. Botanisch sind Radieschen und Rettich übrigens dieselbe Art, der Garten-Rettich (Raphanus sativus). Das Radieschen ist die kleine, schnelle Form, der Rettich die große mit der langen Rübe. Beide wachsen im Beet, im Hochbeet und sogar im Balkonkasten.
Das Wichtigste in Kürze:
- Standort: sonnig bis halbschattig
- Gießen: gleichmäßig feucht halten, nie austrocknen lassen
- Erde: locker, humos und steinfrei
- Düngen: kaum nötig, Radieschen sind Schwachzehrer
- Aussaat: Radieschen von März bis September, Rettich je nach Sorte von April bis August
- Ernte: Radieschen nach vier bis sechs Wochen, Rettich nach acht bis zwölf Wochen
- Winterhart: nein, Radieschen und Rettich sind einjährig
- Giftig: nein, Knollen, Blätter und Schoten sind essbar
Radieschen anbauen
Wann Radieschen säen?
Radieschen säst Du draußen von März bis September. Sie keimen schon ab etwa 5 °C Bodentemperatur, deshalb kannst Du im März unter einem Vlies starten. Die besten Radieschen wachsen im Frühjahr und im Spätsommer: Bei Hitze und langen Tagen im Hochsommer schießen sie gerne, bilden also Blüten statt Knollen. Säe im Sommer deshalb spezielle Sommersorten aus. Auf einer hellen Fensterbank klappt die Aussaat fast das ganze Jahr.
Damit Du laufend ernten kannst, säst Du am besten alle zwei bis drei Wochen eine neue Reihe, statt alle Samen auf einmal.
Radieschen säen
So säst Du Radieschen:
- Boden vorbereiten: Lockere die Erde gut auf und entferne Steine und Wurzeln, damit sich die Knollen gleichmäßig entwickeln.
- Rillen ziehen: Ziehe etwa 1 cm tiefe Rillen mit einem Abstand von 10 bis 15 cm. Radieschen sind Dunkelkeimer, die Samen müssen also mit Erde bedeckt sein.
- Samen legen: Lege die Radieschen-Samen mit 2 bis 3 cm Abstand in die Rille. Säst Du dichter, vereinzelst Du die Keimlinge später auf diesen Abstand.
- Bedecken und gießen: Bedecke die Samen mit Erde, drücke sie leicht an und gieße vorsichtig.
Nach vier bis sieben Tagen keimen die Radieschen. Der richtige Pflanzabstand ist wichtiger, als er aussieht: Stehen Radieschen zu eng, bilden sie keine Knollen, sondern nur Blätter.
Radieschen im Hochbeet, Topf und auf dem Balkon
Radieschen säen im Hochbeet ist ideal: Die Erde ist locker und erwärmt sich im Frühjahr schneller, sodass Du früher starten kannst. Weil frische Hochbeeterde sehr nährstoffreich ist, wachsen Radieschen dort aber manchmal ins Kraut. Säe sie am besten ab dem zweiten Jahr oder an den Rand.
Auch auf dem Balkon kannst Du Radieschen anpflanzen. Ein Balkonkasten oder Topf mit mindestens 15 cm Tiefe reicht, für Rettich brauchst Du je nach Sorte 30 cm oder mehr. Wichtig sind ein Abzugsloch und ein heller Platz. In der Wohnung wachsen Radieschen auf einer sehr hellen Fensterbank. Bei zu wenig Licht werden sie aber lang und dünn und bilden keine Knolle.
Radieschen gute Nachbarn
Radieschen sind in der Mischkultur sehr beliebt, weil sie schnell geerntet sind und Lücken füllen. Gute Nachbarn sind:
- Salat: Er soll Erdflöhe von den Radieschen fernhalten.
- Möhren: Radieschen lockern den Boden und sind geerntet, bevor die Möhren Platz brauchen.
- Petersilie: Radieschen markieren die Reihe, bis die langsam keimende Petersilie zu sehen ist.
- Tomaten, Bohnen und Erbsen: Radieschen nutzen den Platz, solange die großen Pflanzen noch klein sind.
- Spinat: Beide wachsen schnell im Frühjahr.
Keine guten Nachbarn sind andere Kreuzblütler wie Kohl, Kohlrabi oder Rucola. Sie teilen sich Schädlinge und Krankheiten. Aus demselben Grund säst Du Radieschen erst nach drei bis vier Jahren wieder dort, wo vorher Kreuzblütler standen. Mehr Kombinationen findest Du in unserem Artikel zur Mischkultur.
Rettich anbauen
Rettich anbauen funktioniert im Prinzip wie bei Radieschen, er braucht nur mehr Platz und mehr Zeit. Je nach Rettich-Sorte säst Du zu unterschiedlichen Zeiten:
- Frühlings- und Sommerrettich: Aussaat von April bis Juli, Ernte nach acht bis zehn Wochen.
- Herbst- und Winterrettich: Aussaat von Juli bis August, Ernte ab Oktober. Dazu gehört auch der Schwarze Rettich mit seiner dunklen Schale und dem weißen, scharfen Fruchtfleisch, der sich besonders lange lagern lässt.
Rettich säst Du 2 cm tief in Reihen mit 25 bis 30 cm Abstand. Vereinzele die Pflanzen später auf 10 bis 20 cm, bei großen Sorten auch mehr. Rettich im Hochbeet wächst besonders gerade, weil die Erde dort tief und locker ist.
Bekannte Rettich-Sorten sind neben dem Schwarzen Rettich der weiße Bierrettich (in Bayern „Radi“ genannt), der rote Rettich mit roter Schale und der lange, milde Daikon aus Asien.
Radieschen Pflege
Standort
Radieschen und Rettich wachsen am besten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Im Hochsommer ist ein Platz mit etwas Schatten am Mittag sogar besser, denn bei großer Hitze schießen sie schneller. Zu viel Schatten verträgt das Radieschen aber nicht: Dann bildet es nur Blätter.
Gießen
Das Wichtigste bei der Pflege ist gleichmäßiges Gießen. Halte die Erde stets leicht feucht, aber nicht nass. Trocknet sie aus, werden Radieschen und Rettich holzig, pelzig und sehr scharf. Wechseln sich Trockenheit und viel Wasser ab, platzen die Knollen auf. Gieße an warmen Tagen deshalb lieber täglich etwas als selten viel.
Erde
Radieschen mögen eine lockere, humose und steinfreie Erde, in der sich die Knollen gut ausdehnen können. Im Topf eignet sich Gemüse- oder Kräutererde. Schwere, verdichtete Böden lockerst Du mit etwas Sand und Kompost auf.
Düngen
Radieschen sind Schwachzehrer und brauchen kaum Dünger. Etwas reifer Kompost, den Du vor der Aussaat einarbeitest, reicht völlig. Zu viel Stickstoff, etwa durch frischen Mist, führt dazu, dass sie viele Blätter, aber kleine Knollen bilden. Rettich braucht etwas mehr: Bei langer Kulturzeit kannst Du nach etwa vier Wochen einmal organisch nachdüngen.
Passende Düngemittel für die Raphanus sativus
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Düngestäbchen sind eine gute Alternative zum Flüssigdünger. Die Stäbchen von KleePura sind allgemein für Gemüse, Kräuter und Obst zu empfehlen, da das organische Mittel keine negativen Folgen beim späteren Verzehr verursachen wird.
Wichtig: Beachte bitte immer die Hinweise des Herstellers, wenn Du Deine Pflanzen mit dessen Produkten düngst. Auch wenn organischer Dünger für Pflanzen geeignet sind, die Du direkt oder deren Früchte Du verzehren möchtest, so kann eine zu hohe Dosierung schädlich für Deine Gesundheit und die Deiner Pflanze sein.
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Radieschen ernten
Wann sind Radieschen reif?
Radieschen sind je nach Sorte und Wetter etwa vier bis sechs Wochen nach der Aussaat erntereif, im Sommer schon nach drei bis vier Wochen. Sie sind reif, wenn die Knolle den Durchmesser einer Haselnuss bis Kirsche erreicht hat. Schiebe dazu einfach etwas Erde zur Seite und sieh nach.
Ernte nicht zu spät: Bleiben Radieschen zu lange in der Erde, werden sie pelzig, holzig und platzen auf. Am besten ziehst Du sie nach und nach, sobald sie die richtige Größe haben.
Rettich ernten
Sommerrettich erntest Du acht bis zehn Wochen nach der Aussaat, sobald er die typische Größe seiner Sorte erreicht hat. Auch er wird pelzig, wenn Du zu lange wartest. Winterrettich darf dagegen bis zu den ersten stärkeren Frösten im Boden bleiben. Danach lagerst Du ihn kühl und dunkel, zum Beispiel in feuchtem Sand im Keller. So hält er sich mehrere Monate.
Radieschenblätter essen
Die Radieschen-Blätter sind essbar und nicht giftig. Sie schmecken leicht scharf, ähnlich wie Rucola. Junge, zarte Blätter passen in den Salat, ältere kannst Du wie Spinat dünsten oder zu Radieschenblätter-Pesto verarbeiten. Wegen ihrer feinen Härchen sind ältere Blätter roh etwas kratzig.
Auch die grünen Schoten, die sich nach der Blüte bilden, kannst Du essen. Sie schmecken mild nach Radieschen. Es gibt sogar spezielle Sorten wie den Schlangenrettich, die nur wegen ihrer langen Schoten angebaut werden.
Sind Radieschen gesund?
Ja, Radieschen sind gesund. Sie bestehen zum größten Teil aus Wasser, haben kaum Kalorien und liefern Vitamin C, Kalium und Folsäure. Ihre Schärfe stammt von Senfölen, die auch in Senf und Meerrettich stecken. Ihnen wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt. Rettich ist genauso gesund und gilt als traditionelles Hausmittel bei Husten. Wer einen empfindlichen Magen hat, isst die scharfen Knollen aber besser in Maßen.
Übrig gebliebene Radieschen kannst Du übrigens wie Gurken einlegen. So bleiben sie mehrere Wochen haltbar.
Eigenschaften des Garten-Rettichs
Herkunft und Name
Der Garten-Rettich (Raphanus sativus) gehört zur Familie der Kreuzblütler und ist damit mit Kohl, Rucola und Meerrettich verwandt. Der Meerrettich ist aber eine eigene Art, auch wenn er ähnlich scharf schmeckt. Rettich wird schon seit Jahrtausenden angebaut, vermutlich zuerst im östlichen Mittelmeerraum und in Asien. Das kleine Radieschen ist dagegen eine recht junge Züchtung, die erst seit dem 16. Jahrhundert in Europa bekannt ist.
Der Gattungsname Raphanus kommt aus dem Griechischen und bedeutet etwa „schnell erscheinend“, was zu den rasch keimenden Samen passt. Sativus heißt „angebaut“. Das Wort Radieschen stammt vom lateinischen radix, Wurzel.
Radieschen oder Rettich: Was ist der Unterschied?
Radieschen und Rettich gehören zur selben Art, wurden aber auf verschiedene Eigenschaften hin gezüchtet. Bei beiden ist die essbare Knolle eine verdickte Sprossachse und Wurzel:
- Radieschen sind klein, meist rund und rot, manchmal auch weiß, gelb oder violett. Sie sind nach wenigen Wochen erntereif.
- Rettiche sind deutlich größer und länger, weiß, rot, rosa oder schwarz. Sie brauchen zwei bis drei Monate und schmecken je nach Sorte milder oder schärfer.
Blüte
Lässt Du Radieschen oder Rettich stehen, bilden sie einen bis zu einen Meter hohen Blütenstiel. Die Blüten haben vier Blütenblätter, typisch für Kreuzblütler, und sind weiß bis zart violett mit dunkleren Adern. Sie locken viele Bienen und andere Insekten an. Danach entstehen die essbaren Schoten mit den Samen, die Du für die nächste Aussaat sammeln kannst.
Wie groß werden Radieschen?
Die Blätter der Radieschen werden 10 bis 20 cm hoch, die Knollen meist 2 bis 3 cm dick. Rettich wird mit 30 bis 50 cm Laub deutlich größer, und seine Rübe kann je nach Sorte 15 bis 40 cm lang werden, beim Daikon sogar mehr.
Probleme, Krankheiten und Schädlinge
Radieschen bilden keine Knolle
Bilden Radieschen keine Knolle oder schießen sie direkt in die Höhe, hat das meist eine dieser Ursachen:
- Zu wenig Licht: Im Schatten oder auf einer dunklen Fensterbank bildet das Radieschen nur lange Blätter.
- Zu eng gesät: Ohne 2 bis 3 cm Abstand fehlt den Knollen der Platz.
- Zu warm und zu lange Tage: Im Hochsommer blühen viele Sorten lieber, als Knollen zu bilden. Nimm dann Sommersorten.
- Zu viel Dünger: Viel Stickstoff fördert die Blätter statt der Knolle.
- Zu trocken: Wassermangel bremst die Knollenbildung ebenfalls.
Radieschen sind pelzig oder holzig
Pelzige oder holzige Radieschen wurden zu spät geerntet oder standen zu trocken. Ernte sie rechtzeitig und gieße gleichmäßig. Auch zu viel Hitze macht sie schneller pelzig.
Schädlinge
Der häufigste Schädling an Radieschen sind Erdflöhe. Die winzigen, springenden Käfer fressen kleine Löcher in die Blätter, vor allem bei warmem, trockenem Wetter. Halte die Erde feucht und decke das Beet mit einem engmaschigen Kulturschutznetz ab. Das Netz schützt auch vor der Kleinen Kohlfliege, deren Larven Fraßgänge in die Knollen bohren. Gelegentlich tauchen außerdem Blattläuse auf.
Schauen wir uns die Daten der PlantFrand-Community an. Diese Schädlinge haben Pflanzen der Art Raphanus sativus bereits befallen:
Andere
Krankheiten
Die gefährlichste Krankheit ist die Kohlhernie, ein Pilz im Boden, der alle Kreuzblütler befällt und die Wurzeln wuchern lässt. Er hält sich viele Jahre im Boden. Deshalb ist die Fruchtfolge so wichtig: Pflanze Radieschen und andere Kreuzblütler drei bis vier Jahre lang nicht an dieselbe Stelle. Bei Rettich kommt außerdem die Rettichschwärze vor, bei der die Rübe dunkle Flecken bekommt. Sie tritt vor allem bei Staunässe auf.




