Anethum graveolens

Dill (Anethum graveolens): Aussaat, Anbau, Pflege & Ernte

Dill · Gurkenkraut · Echter Dill

Anethum graveolens

Familie: Apiaceae

Von Livia Gaweiler · Veröffentlicht am

Pflege

Gießen

Alle 4 Tage

Standort

absonnig

Substrat

Kräuter- und Gemüseerde

Typische Größe

22 cm

Vermehrung

0 % vermehrt

Häufigster Schädling

Blattläuse

Erfahrungswerte aus der PlantFrand-Community

Erinnerungen fürs Gießen

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Dill (Anethum graveolens) ist ein einjähriges Gewürzkraut und eines der beliebtesten Küchenkräuter überhaupt. Seine fein gefiederten Blätter schmecken frisch und leicht süßlich und passen zu Fisch, Kartoffeln, Salaten und Quark. Weil er so gern zum Einlegen von Gurken verwendet wird, heißt er auch Gurkenkraut. Die Dillpflanze wächst schnell, lässt sich ganz einfach aus Samen ziehen und gedeiht im Garten genauso wie im Topf auf dem Balkon oder der Fensterbank. Er gehört zu den Doldenblütlern (Apiaceae) und ist damit ein Verwandter von Petersilie, Fenchel und Karotte.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Standort: sonnig bis absonnig, warm und windgeschützt
  • Gießen: gleichmäßig feucht halten, ohne Staunässe
  • Erde: lockere, durchlässige Kräutererde
  • Düngen: kaum nötig, im Topf etwa alle vier Wochen etwas organischer Dünger
  • Aussaat: von April bis Juli direkt an den endgültigen Platz, Dill ist ein Lichtkeimer
  • Ernte: etwa sechs bis acht Wochen nach der Aussaat, am besten frisch
  • Winterhart: nein, Dill ist einjährig und nicht mehrjährig
  • Giftig: nein, er gilt als ungiftig für Menschen, Katzen und Hunde

Dill anbauen

Dill aussäen

Dill wird fast immer aus Samen gezogen. Er bildet eine lange Pfahlwurzel und verträgt das Umpflanzen schlecht. Säe ihn deshalb am besten gleich dort aus, wo er wachsen soll, also direkt ins Beet oder in den Topf, in dem er bleiben darf.

So gehst Du vor:

  1. Zeitpunkt wählen: Draußen säst Du ab Mitte April bis Juli, sobald der Boden nicht mehr kalt ist. Auf einer hellen Fensterbank klappt die Aussaat das ganze Jahr.
  2. Samen verteilen: Streue die Samen in Reihen oder locker auf die Erde. In Reihen sollten etwa 20 bis 30 Zentimeter Abstand dazwischen liegen.
  3. Nur leicht bedecken: Dill ist ein Lichtkeimer. Drücke die Samen nur leicht an oder bedecke sie mit einer hauchdünnen Schicht Erde.
  4. Feucht halten: Halte die Erde gleichmäßig feucht, bis die Keimlinge da sind. Am besten verwendest Du dafür eine Sprühflasche, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden.
  5. Vereinzeln: Nach etwa zwei bis drei Wochen erscheinen die ersten Keimlinge. Stehen sie zu dicht, ziehst Du die schwächsten heraus, sodass zwischen den Pflanzen etwa 10 bis 15 Zentimeter Platz bleibt.

Dill aus dem Supermarkt

Du musst Dill nicht unbedingt selbst aussäen. Viele Supermärkte verkaufen in der Kräuterabteilung kleine Dillpflanzen, die bereits in Erde wachsen. So sparst Du Dir das Warten auf die Keimlinge und kannst sofort die ersten Dillspitzen ernten und damit kochen. Gleichzeitig wächst die Pflanze weiter und liefert Dir bei guter Pflege noch wochenlang frisches Grün.

In diesen Töpfen stehen allerdings meist sehr viele Pflanzen dicht beieinander. Damit sie lange durchhalten, lohnt es sich, sie in einen größeren Topf mit frischer Kräutererde zu setzen oder den Ballen zu teilen. Wie das geht, erfährst Du weiter unten beim Umtopfen.

Dill im Topf und auf dem Balkon

Dill fühlt sich auch im Topf wohl, solange dieser tief genug für die Pfahlwurzel ist. Wähle einen Topf mit mindestens 20 Zentimetern Tiefe und einem Abzugsloch, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Ein Tontopf ist ideal, weil die Erde darin nicht so leicht vernässt.

Auf dem Balkon steht Dill am besten an einem sonnigen, aber windgeschützten Platz. Die dünnen Stängel knicken bei starkem Wind schnell um. Auf der Fensterbank wächst er oft etwas lockerer und bleibt kleiner, liefert aber trotzdem genug Blätter für die Küche.

Dill in Mischkultur

Dill verträgt sich mit vielen Pflanzen im Gemüsebeet gut. Seine Blüten locken außerdem Nützlinge wie Schwebfliegen und Marienkäfer an, deren Larven Blattläuse fressen.

Diese Pflanzen kannst Du gut mit Dill kombinieren:

Nicht neben Dill pflanzen solltest Du Fenchel (Foeniculum vulgare), denn die beiden können sich kreuzen. Außerdem ist Dill mit sich selbst unverträglich: Säe ihn erst nach drei bis vier Jahren wieder an dieselbe Stelle im Beet. Das gilt auch für Stellen, an denen vorher andere Doldenblütler wie Petersilie oder Karotten standen.

Pflege von Dill

Standort

Dill liebt Sonne und Wärme. Je sonniger er steht, desto kräftiger wird sein Aroma. Ein heller, absonniger Platz, an dem die Pflanze nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne steht, ist aber ebenfalls gut geeignet. Wichtig ist, dass der Standort vor Wind geschützt ist.

Dies sind die Standorte, an denen die PlantFrand-Community ihre Anethum graveolens platziert:

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Gießen

Halte die Erde gleichmäßig feucht, aber nie nass. Trocknet sie ganz aus, geht Dill schneller in die Blüte und bildet weniger Blätter. Staunässe verträgt er aber ebenso wenig, denn dann faulen die Wurzeln. Im Topf prüfst Du am besten regelmäßig mit dem Finger, ob die oberste Erdschicht angetrocknet ist, und gießt dann. An heißen Sommertagen kann das täglich nötig sein.

Gieße am besten direkt auf die Erde und nicht über die Blätter. So beugst Du Pilzkrankheiten vor.

Substrat

Dill braucht eine lockere, humose und gut durchlässige Erde. Im Topf eignet sich Kräutererde sehr gut. Ist Dir die Erde zu schwer, kannst Du etwas Sand untermischen. Im Garten mag Dill einen lockeren, leicht sandigen Boden, der sich nicht verdichtet.

Dies sind die in der PlantFrand-Community am meisten verwendeten Substrate für die Anethum graveolens:

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Substrate für Pflanzen findest Du in jedem Baumarkt, Gartencenter und vielen Geschäften, die Pflanzen verkaufen. Alternativ kannst Du passende Substrate für Deine Anethum graveolens auch online kaufen.

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Düngen

Dill braucht nur wenige Nährstoffe. Zu viel Dünger schadet sogar dem Aroma. Im Gartenbeet reicht es meist, den Boden vor der Aussaat mit etwas Kompost zu verbessern. Im Topf gibst Du von Mai bis August etwa alle vier Wochen eine schwache Dosis Dünger.

Da Du Dill essen möchtest, solltest Du ausschließlich organischen Dünger verwenden. So landen keine Stoffe auf Deinem Teller, die Dir schaden könnten.

Passende Düngemittel für die Anethum graveolens

Das Angebot organischer Düngemittel ist groß und Du kannst sie sowohl online als auch in den Geschäften in Deiner Nähe finden. COMPO ist eine sehr zu empfehlende Marke, wenn Du Flüssigdünger bevorzugst.

Düngestäbchen sind eine gute Alternative zum Flüssigdünger. Die Stäbchen von KleePura sind allgemein für Gemüse, Kräuter und Obst zu empfehlen, da das organische Mittel keine negativen Folgen beim späteren Verzehr verursachen wird.

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Umtopfen

Dill musst Du nicht umtopfen. Er lebt nur eine Saison und mag es wegen seiner Pfahlwurzel nicht, wenn er gestört wird. Hast Du einen Topf Dill im Supermarkt gekauft, kannst Du ihn trotzdem vorsichtig mit dem ganzen Wurzelballen in einen größeren Topf mit frischer Kräutererde setzen. Meist stehen in solchen Töpfen aber sehr viele Pflanzen dicht beieinander, die sich gegenseitig Licht und Nährstoffe wegnehmen. Teile den Ballen deshalb vorsichtig in zwei oder drei Stücke und pflanze diese einzeln ein.

Vermehrung

Dill vermehrst Du über Samen. Lässt Du im Sommer einige Pflanzen blühen, bilden sich daraus im Spätsommer die Samen. Sobald sie braun sind, schneidest Du die Dolden ab und lässt sie kopfüber in einer Papiertüte nachtrocknen. Die Samen fallen dann von selbst heraus. Trocken und dunkel gelagert keimen sie noch zwei bis drei Jahre lang.

Im Garten sät sich Dill übrigens oft von selbst aus, wenn Du ein paar Dolden stehen lässt.

Dill ernten

Blätter ernten

Die Blätter, auch Dillspitzen genannt, kannst Du etwa sechs bis acht Wochen nach der Aussaat ernten, wenn die Pflanze etwa 15 bis 20 Zentimeter hoch ist. Schneide dafür mit einer Schere einzelne Blattspitzen oder ganze Triebe ab. Lass dabei immer genug Blätter stehen, damit die Pflanze weiterwachsen kann. Am besten erntest Du am Vormittag, wenn der Tau getrocknet ist, denn dann ist das Aroma am stärksten.

Dill schmeckt frisch am besten. Gib ihn erst zum Schluss an warme Gerichte, denn beim Kochen verliert er schnell sein Aroma.

Dillsamen und Blüten ernten

Auch die Blüten und Samen sind essbar. Die gelben Blütendolden kannst Du ernten, sobald sie sich geöffnet haben. Dillsamen erntest Du im Spätsommer, wenn sie braun geworden sind und sich leicht von der Dolde lösen. Schneide die ganzen Dolden ab und lass sie kopfüber in einer Papiertüte nachtrocknen, wie oben bei der Vermehrung beschrieben. Bewahre die getrockneten Samen anschließend in einem gut verschlossenen Glas auf, dann behalten sie lange ihr Aroma.

Dill als Gewürz

In der Küche kannst Du alle oberirdischen Teile der Dillpflanze verwenden:

  • Blätter: Die frischen Dillspitzen passen zu Fisch, besonders zu Lachs, zu Kartoffeln, Gurkensalat, Eiern, Quark und Joghurtsoßen.
  • Blüten: Die Dolden werden zusammen mit den Samen gern zum Einlegen von Gurken verwendet, daher der Name Gurkenkraut.
  • Samen: Dillsamen schmecken kräftiger als die Blätter und erinnern etwas an Kümmel. Sie würzen Brot, Soßen, Kohlgerichte und Essig.

Ist Dill gesund?

Dill enthält Vitamin C, Mineralstoffe wie Kalium und Calcium sowie ätherische Öle, die für seinen typischen Duft sorgen. Da Du meist nur kleine Mengen davon isst, trägt er aber eher wenig zur Versorgung mit Nährstoffen bei. In der Volksmedizin wird Dill, vor allem als Tee aus Dillsamen, schon lange gegen Blähungen und Völlegefühl eingesetzt. Wissenschaftlich ist diese Wirkung allerdings nicht ausreichend belegt. Die meisten dieser Anwendungen beruhen auf überlieferten Erfahrungen.

Ist Dill giftig?

Nein, Dill ist nicht giftig. Für Menschen ist er ein bekanntes Küchenkraut, und auch für Katzen und Hunde gilt er als ungiftig. Frisst Dein Haustier größere Mengen davon, kann das aber wie bei vielen Pflanzen den Magen verstimmen.

Eigenschaften von Dill

Herkunft

Dill stammt ursprünglich aus Vorderasien und dem östlichen Mittelmeerraum. Schon im alten Ägypten wurde er als Gewürz- und Heilpflanze genutzt. Heute wird er weltweit angebaut und ist besonders in Mittel- und Nordeuropa sowie in Osteuropa fester Bestandteil der Küche.

Ist Dill winterhart oder mehrjährig?

Weder noch. Dill ist eine einjährige Pflanze: Er keimt, wächst, blüht und bildet Samen in einer einzigen Saison und stirbt danach ab. Im Haus auf einer hellen Fensterbank kannst Du aber auch im Winter neue Pflanzen aussäen.

Blätter

Die Blätter von Dill sind blaugrün und sehr fein gefiedert. Ihre einzelnen Abschnitte sind fadenförmig dünn, was der Pflanze ihr luftiges, fast federartiges Aussehen gibt. Beim Berühren verströmen sie den typischen würzigen Dillduft.

Blüten

Von Juni bis August bildet Dill große, gelbe Doppeldolden aus vielen kleinen Einzelblüten. Sie sind bei Bienen, Schwebfliegen und anderen Insekten sehr beliebt. Sobald die Pflanze blüht, bildet sie kaum noch neue Blätter. Wenn Du vor allem Blätter ernten möchtest, schneidest Du die Blütenstände deshalb früh ab.

Früchte

Aus den Blüten entwickeln sich flache, ovale Früchte von etwa 4 bis 5 Millimetern Länge. Sie werden zuerst grün und dann braun und sind das, was in der Küche als Dillsamen verwendet wird.

Größe und Wuchs

Dill wächst aufrecht mit einem hohlen, fein gerillten Stängel. Im Garten kann er bis zu einem Meter hoch werden, im Topf bleibt er meist deutlich kleiner. Bei Wind kann es nötig sein, hohe Pflanzen an einem Stab festzubinden.

Dill oder Fenchel? Ähnliche Pflanzen und Verwechslung

Am häufigsten wird Dill mit Fenchel (Foeniculum vulgare) verwechselt. Beide haben fein gefiederte Blätter und gelbe Blütendolden. Du kannst sie aber gut unterscheiden:

  • Geruch: Dill riecht frisch-würzig nach Dill, Fenchel dagegen deutlich nach Anis.
  • Blätter: Dill ist eher blaugrün, Fenchel kräftiger grün.
  • Wuchs: Dill ist einjährig und wird höchstens etwa einen Meter hoch. Fenchel ist mehrjährig, kann bis zu zwei Meter hoch werden und bildet beim Gemüsefenchel eine dicke Knolle.

Vorsicht ist bei wild wachsenden Doldenblütlern geboten. Zu dieser Familie gehören auch sehr giftige Pflanzen wie der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) oder die Hundspetersilie (Aethusa cynapium). Beide blühen weiß und nicht gelb wie Dill. Sammle Dill trotzdem nicht in der Natur, sondern ziehe ihn aus gekauften Samen oder kaufe ihn als Pflanze.

Krankheiten und Schädlinge

Dill ist im Allgemeinen robust. Probleme entstehen meist durch zu viel Nässe oder durch einen Standort, an dem vorher schon Dill oder andere Doldenblütler gewachsen sind.

Die häufigsten Schädlinge

Der häufigste Schädling an Dill sind Blattläuse. Sie sitzen meist an den Triebspitzen und an den Blütendolden. Ein leichter Befall lässt sich oft schon mit einem kräftigen Wasserstrahl abspülen. Da Du Dill essen möchtest, solltest Du auf chemische Mittel verzichten. Im Freien helfen Dir außerdem Marienkäfer und Schwebfliegen, die von den Blüten angelockt werden. Junge Pflanzen im Beet werden zudem gern von Schnecken angefressen.

Schauen wir uns die Daten der PlantFrand-Community an. Diese Schädlinge haben Pflanzen der Art Anethum graveolens bereits befallen:

Aktuell sind übrigens 0% all dieser Pflanzen schädlingsfrei.

Krankheiten

Färben sich die Blätter rötlich oder braun und welkt die Pflanze, obwohl die Erde feucht ist, steckt oft die Dillwelke dahinter. Diese Pilzkrankheit wird durch Fusarium-Pilze im Boden ausgelöst und tritt vor allem dann auf, wenn Dill mehrere Jahre am selben Platz wächst. Entferne befallene Pflanzen und säe an einer anderen Stelle neu aus. Im Topf verwendest Du am besten jedes Jahr frische Erde.

Bei feuchtem Wetter kann auch Falscher Mehltau auftreten, der sich durch gelbliche Flecken auf der Blattoberseite und einen grauen Belag auf der Unterseite zeigt. Halte genug Abstand zwischen den Pflanzen und gieße nicht über die Blätter, dann trocknen sie schneller ab.