
Mojito-Minze (Mentha × villosa): Pflege, Schneiden & Überwintern
Mojito-Minze
Mentha villosa
Familie: Lamiaceae
Von Livia Gaweiler · Veröffentlicht am
Pflege
Gießen
Alle 2 Tage
Standort
unklar
Substrat
Erde für Grünpflanzen
Typische Größe
27 cm
Vermehrung
0 % vermehrt
Häufigster Schädling
Keine bekannt
Erinnerungen fürs Gießen
Die PlantFrand-App sagt Dir, wann Deine Mentha villosa Durst hat.
Die Mojito-Minze (Mentha × villosa) ist die Minze, die auf Kuba in den berühmten Cocktail kommt. Dort heißt sie Yerba Buena, bei uns wird sie auch Hemingway-Minze genannt, nach dem Schriftsteller, der seinen Mojito gern in Havanna trank. Ihr Aroma ist milder und süßlicher als das der Pfefferminze und hat kaum die kühlende Schärfe des Menthols. Damit passt sie nicht nur in Cocktails, sondern auch in Limonade, Tee, Salate und Desserts. Wie alle Minzen ist sie pflegeleicht, wächst schnell und gedeiht im Topf auf dem Balkon genauso wie im Garten.
Das Wichtigste in Kürze:
- Standort: hell bis halbschattig, gern mit Morgen- oder Abendsonne; keine pralle Mittagssonne im Topf
- Gießen: gleichmäßig feucht halten, im Sommer im Topf oft täglich; Staunässe vermeiden
- Erde: humusreiche, nährstoffreiche und lockere Erde, z. B. Kräuter- und Gemüseerde
- Düngen: im Topf von April bis August etwa alle vier Wochen organisch, im Beet Kompost im Frühling
- Schneiden: regelmäßig ernten, vor der Blüte um ein Drittel bis zur Hälfte zurückschneiden
- Winterhart: ja, im Beet problemlos; im Topf mit etwas Winterschutz
- Vermehrung: durch Stecklinge, Ausläufer oder Teilen
- Giftig: nein, für Menschen ungiftig; für Katzen und Hunde in größeren Mengen unverträglich
Welche Minze für Mojito?
Für einen echten Mojito nimmst Du am besten die Mojito-Minze. Ihre Blätter schmecken frisch, leicht süß und nur mild nach Menthol, sodass sie den Geschmack von Limette und Rum ergänzen, statt ihn zu überdecken. Die Pfefferminze (Mentha × piperita) ist dagegen sehr mentholreich und schmeckt im Cocktail schnell zu scharf, fast wie Zahnpasta. Wenn Du keine Mojito-Minze bekommst, ist die Grüne Minze (Mentha spicata) die beste Alternative. Sie ist auch einer der beiden Eltern der Mojito-Minze.
Unter den vielen Minze-Sorten ist die Mojito-Minze übrigens leicht zu erkennen: Ihre Blätter sind etwas größer, rundlicher und weicher als die der Pfefferminze und fühlen sich durch feine Härchen leicht samtig an.
Mojito-Minze Pflege
Welcher Standort ist ideal?
Die Mojito-Minze mag es hell, aber nicht zu heiß. Am wohlsten fühlt sie sich an einem halbschattigen Platz oder an einem Ort, an dem sie Morgen- oder Abendsonne bekommt, also zum Beispiel auf einem Ost- oder Westbalkon. In voller Sonne wächst sie auch, trocknet im Topf dann aber sehr schnell aus. Im Garten ist ein halbschattiges, eher feuchtes Beet ideal, etwa am Rand von Sträuchern oder an einem Teich.
Auch auf der Fensterbank kannst Du Minze im Topf in der Wohnung halten. Dort braucht sie einen möglichst hellen Platz, sonst bildet sie lange, dünne Triebe mit wenigen Blättern. Draußen wird sie aber deutlich buschiger und aromatischer.
Dies sind die Standorte, an denen die PlantFrand-Community ihre Mentha villosa platziert:
33% hell
33% absonnig
33% halbschattig
Braucht Minze viel Wasser?
Ja, Minze braucht viel Wasser. Ihre Erde sollte immer leicht feucht sein und nie ganz austrocknen. Im Topf bedeutet das im Sommer, dass Du oft täglich oder zumindest alle zwei Tage gießen musst, an heißen Tagen eventuell sogar morgens und abends. Hängen die Blätter schlaff herunter, hat die Pflanze Durst. Meist erholt sie sich nach dem Gießen schnell wieder.
Trotzdem verträgt auch die Minze keine Staunässe. Achte darauf, dass der Topf ein Abzugsloch hat, und schütte Wasser, das nach einer Viertelstunde noch im Untersetzer steht, weg. Ein großer Topf trocknet langsamer aus als ein kleiner, und ein Tontopf hält die Wurzeln an heißen Tagen kühler. Wenn Du das Gießen schnell vergisst, erinnert Dich die PlantFrand-App daran.
Welche Erde braucht die Mojito-Minze?
Die Mojito-Minze wächst am besten in einer humusreichen, nährstoffreichen und lockeren Erde, die Wasser gut speichert. Gut geeignet ist Kräuter- und Gemüseerde, die Du mit etwas Kompost aufwerten kannst. Anders als viele mediterrane Kräuter wie Rosmarin mag Minze es nicht karg und trocken.
Dies sind die in der PlantFrand-Community am meisten verwendeten Substrate für die Mentha villosa:
Substrate für Pflanzen findest Du in jedem Baumarkt, Gartencenter und vielen Geschäften, die Pflanzen verkaufen. Alternativ kannst Du passende Substrate für Deine Mentha villosa auch online kaufen.
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Minze düngen
Weil Du ständig Blätter erntest und die Minze schnell nachwächst, braucht sie regelmäßig Nährstoffe. Im Topf düngst Du sie von April bis August etwa alle vier Wochen mit einem organischen Flüssigdünger für Kräuter. Im Beet reicht es, im Frühling etwas Kompost um die Pflanze zu verteilen. Übertreib es aber nicht, denn zu viel Dünger geht auf Kosten des Aromas.
Passende Düngemittel für die Mentha villosa
Das Angebot organischer Düngemittel ist groß und Du kannst sie sowohl online als auch in den Geschäften in Deiner Nähe finden. COMPO ist eine sehr zu empfehlende Marke, wenn Du Flüssigdünger bevorzugst.
Düngestäbchen sind eine gute Alternative zum Flüssigdünger. Die Stäbchen von KleePura sind allgemein für Gemüse, Kräuter und Obst zu empfehlen, da das organische Mittel keine negativen Folgen beim späteren Verzehr verursachen wird.
Wichtig: Beachte bitte immer die Hinweise des Herstellers, wenn Du Deine Pflanzen mit dessen Produkten düngst. Auch wenn organischer Dünger für Pflanzen geeignet sind, die Du direkt oder deren Früchte Du verzehren möchtest, so kann eine zu hohe Dosierung schädlich für Deine Gesundheit und die Deiner Pflanze sein.
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Mojito-Minze im Topf und im Garten
Minze bildet unterirdische Ausläufer, mit denen sie sich schnell ausbreitet und andere Pflanzen verdrängt. Im Beet setzt Du sie deshalb am besten mit einer Wurzelsperre, etwa in einen großen Eimer ohne Boden oder einen Topf, den Du mit in die Erde gräbst. Auf dem Balkon bekommt sie einen eigenen Topf. In einem gemeinsamen Kasten mit anderen Kräutern übernimmt sie sonst bald den ganzen Platz. Welche Pflanzen sich gut nebeneinander vertragen, liest Du in unserem Artikel über Mischkultur.
Wähle für Minze im Topf ein Gefäß mit mindestens 20 Zentimetern Durchmesser, besser mehr. Nach ein bis zwei Jahren ist der Topf meist komplett durchwurzelt. Dann teilst Du die Pflanze im Frühling und setzt sie in frische Erde.
Minze schneiden
Regelmäßiges Schneiden hält die Mojito-Minze buschig und sorgt für viele zarte, aromatische Blätter. Das Ernten ist dabei schon die halbe Arbeit:
- Beim Ernten: Schneide ganze Triebspitzen ab, und zwar immer knapp über einem Blattpaar. Dort verzweigt sich die Pflanze und treibt zwei neue Triebe aus. Einzelne Blätter abzuzupfen ist weniger günstig, denn so bleiben kahle Stängel stehen.
- Vor der Blüte: Im Frühsommer, kurz bevor sich die ersten Blüten zeigen, schneidest Du die Minze um ein Drittel bis zur Hälfte zurück. Sie treibt dann neu aus und Du kannst bis in den Herbst ernten.
- Blüten abschneiden: Wenn die Minze blüht, werden die Blätter etwas herber. Du kannst die Blüten abschneiden, um das Aroma zu erhalten. Lässt Du einige stehen, freuen sich Bienen und Schmetterlinge darüber.
- Im Herbst oder Frühling: Schneide die Minze kräftig bis etwa eine Handbreit über dem Boden zurück. Das geht im Herbst, nachdem die Triebe welk geworden sind, oder im zeitigen Frühling vor dem neuen Austrieb.
Mojito-Minze ernten
Du kannst die Blätter der Mojito-Minze vom Frühling bis in den Herbst ernten. Am aromatischsten sind sie am späten Vormittag an einem trockenen Tag, kurz bevor die Pflanze blüht. Frisch schmecken sie am besten, Du kannst sie aber auch trocknen oder einfrieren. Zum Trocknen bündelst Du einige Triebe und hängst sie kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort auf. Für Cocktails und Limonade frierst Du die Blätter am besten mit etwas Wasser in Eiswürfelformen ein.
Ist Mojito-Minze winterhart?
Ja, die Mojito-Minze ist winterhart. Im Herbst zieht sie sich zurück, ihre oberirdischen Triebe sterben ab und die Pflanze überwintert mit ihren Wurzeln in der Erde. Im Frühling treibt sie dann zuverlässig neu aus. Im Beet übersteht sie bei uns auch strenge Winter ohne Schutz.
Minze überwintern im Topf
Im Topf ist die Minze empfindlicher, denn dort können die Wurzeln bei starkem Frost durchfrieren. So bringst Du sie gut durch den Winter:
- Zurückschneiden: Schneide die welken Triebe im Herbst bis eine Handbreit über der Erde zurück.
- Geschützt aufstellen: Stell den Topf dicht an eine Hauswand und auf eine Holz- oder Styroporplatte, damit die Kälte nicht von unten kommt.
- Einpacken: Bei starkem Frost umwickelst Du den Topf mit Vlies, Jute oder Luftpolsterfolie.
- Ab und zu gießen: Gieße an frostfreien Tagen ein wenig, damit der Wurzelballen nicht ganz austrocknet.
Alternativ kannst Du den Topf in einem kühlen, hellen und frostfreien Raum überwintern, etwa in der Garage oder im Treppenhaus. In der warmen Wohnung solltest Du die Minze dagegen nicht überwintern. Dort wächst sie mit langen, schwachen Trieben weiter und wird anfällig für Schädlinge. Mehr dazu, wie Du Pflanzen bei der richtigen Temperatur überwinterst, liest Du im Pflanzen-Hub.
Minze vermehren
Die Mojito-Minze ist eine Kreuzung und lässt sich aus Samen nicht sortenecht ziehen. Dafür kannst Du sie ganz einfach auf anderen Wegen vermehren:
- Stecklinge im Wasserglas: Schneide im Frühling oder Sommer etwa 10 Zentimeter lange Triebspitzen ab und entferne die unteren Blätter. Stell die Stecklinge in ein Glas mit Wasser an einen hellen Platz ohne pralle Sonne. Nach ein bis zwei Wochen bilden sich Wurzeln, und Du kannst die Stecklinge in Erde pflanzen. Wechsle das Wasser alle paar Tage.
- Ableger: Die Ausläufer der Minze bilden von selbst neue Pflanzen. Grab im Frühling einen Ausläufer mit eigenen Wurzeln und Trieben aus, trenne ihn ab und setz ihn in einen eigenen Topf.
- Teilen: Ist der Topf voll durchwurzelt, teilst Du den Wurzelballen im Frühling mit einem scharfen Messer oder Spaten in mehrere Stücke. Jedes Stück wächst als eigene Pflanze weiter.
Ist Mojito-Minze giftig?
Nein, die Mojito-Minze ist für Menschen nicht giftig. Ihre Blätter kannst Du roh, im Getränk oder als Tee genießen. Für Katzen und Hunde ist Minze weniger gut geeignet: Fressen sie größere Mengen, können die ätherischen Öle darin Erbrechen und Durchfall auslösen. Ein angeknabbertes Blatt ist aber meist kein Grund zur Sorge.
Eigenschaften
Herkunft und Name
Die Mojito-Minze ist eine Kreuzung aus der Grünen Minze (Mentha spicata) und der Rundblättrigen Minze (Mentha suaveolens). Das × im botanischen Namen zeigt, dass es sich um eine Hybride handelt. Der Name villosa bedeutet „zottig“ und spielt auf die behaarten Blätter an. Daher stammen auch die deutschen Namen Zottige Minze und Hain-Minze. Manchmal wird sie auch Apfel-Minze genannt, wobei mit Apfelminze meist ihre Elternart, die Rundblättrige Minze, gemeint ist.
Die Minze gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae), zu denen auch viele andere Küchenkräuter wie Basilikum, Zitronenmelisse und Thymian gehören. Wie die meisten Lippenblütler hat sie vierkantige Stängel.
Blätter
Die Blätter der Mojito-Minze sind eiförmig bis breit lanzettlich, am Rand gesägt und hell- bis mittelgrün. Sie sind etwas größer und rundlicher als die der Pfefferminze und mit feinen Härchen besetzt, wodurch sie sich weich und leicht samtig anfühlen. Reibst Du ein Blatt zwischen den Fingern, duftet es frisch und leicht süßlich.
Blüten
Im Sommer, etwa von Juli bis September, bildet die Mojito-Minze an den Triebspitzen ährenförmige Blütenstände mit kleinen, hellvioletten bis rosafarbenen Blüten. Sie locken viele Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an.
Wie groß wird Mojito-Minze?
Die Mojito-Minze wird meist 30 bis 60 Zentimeter hoch, im Garten an einem guten Platz auch etwas höher. In die Breite wächst sie dank ihrer Ausläufer fast unbegrenzt, wenn Du sie lässt. Im Topf bleibt sie kompakter, vor allem, wenn Du regelmäßig erntest.
Krankheiten und Schädlinge
Die Mojito-Minze ist recht robust, ganz verschont bleibt sie aber nicht. An jungen Triebspitzen saugen gern Blattläuse, und in trockener, warmer Luft, etwa auf der Fensterbank über der Heizung, treten Spinnmilben auf. Im Garten frisst außerdem manchmal der grün schillernde Minzblattkäfer Löcher in die Blätter.
Die häufigsten Schädlinge
Sieht so aus, als gäbe es noch keine Daten über Schädlinge, die sich gern über die Mentha villosa hermachen. Aktuell sind nämlich 100% dieser Pflanzen in der PlantFrand-Community schädlingsfrei.
Krankheiten
- Minzrost: Kleine, orange- bis rostbraune Pusteln auf der Blattunterseite sind ein Zeichen für diesen Pilz. Schneide befallene Triebe bis zum Boden zurück und entsorge sie im Hausmüll, nicht auf dem Kompost. Die Minze treibt danach meist gesund wieder aus.
- Mehltau: Ein weißer, mehliger Belag auf den Blättern entsteht oft, wenn die Pflanze zu dicht steht oder an heißen Tagen zu trocken ist. Schneide befallene Triebe ab und sorge für mehr Luft und gleichmäßige Feuchtigkeit.
- Wurzelfäule: Steht die Minze dauerhaft im Wasser, faulen die Wurzeln und die Pflanze welkt, obwohl die Erde nass ist. Lass dann überschüssiges Wasser ablaufen und gieße erst wieder, wenn die oberste Erdschicht leicht angetrocknet ist.




