Blattläuse

Blattläuse bekämpfen: Diese Hausmittel helfen

Schädlinge & Krankheiten

Steckbrief

Schwierigkeitsgrad

einfach

Größe

bis zu 3 Millimeter

Farbe

Grün, Schwarz oder Braun

Lebenszyklus

wenige Wochen

Schädlinge im Blick

In der PlantFrand-App hältst Du fest, welche Deiner Pflanzen Schädlinge haben.

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Blattläuse gehören zu den häufigsten Schädlingen an Garten-, Balkon- und Zimmerpflanzen. Weltweit gibt es rund 5000 Arten, allein in Mitteleuropa etwa 850. Sie saugen Pflanzensaft, vermehren sich im Frühjahr und Sommer rasant und sitzen bevorzugt an jungen Trieben und Knospen. Die gute Nachricht: Ein Befall lässt sich fast immer ohne Chemie in den Griff bekommen, wenn Du früh genug reagierst. Hier erfährst Du, wie Du Blattläuse erkennst, welche Hausmittel wirklich helfen und was Du bei Rosen, Tomaten und Zimmerpflanzen beachten solltest.

So wirst Du Blattläuse los

Blattläuse erkennen

Grüne Erbsenblattlaus mit Jungtieren an einem Pflanzenstängel

Shipher Wu (photograph) and Gee-way Lin (aphid provision), National Taiwan University, CC BY 2.5, via Wikimedia Commons

Blattläuse sind kleine, birnenförmige Insekten von etwa 1 bis 4 Millimetern Größe. Je nach Art sind sie grün, schwarz, braun, rötlich oder grau. Am Hinterleib tragen sie zwei kleine Röhrchen (Siphone), an denen Du sie von anderen Schädlingen unterscheiden kannst. Die meisten Tiere sind flügellos, bei großen Kolonien entstehen aber auch geflügelte Blattläuse, die auf neue Pflanzen fliegen.

Kolonie brauner Blattläuse an der Blattader auf einer Blattunterseite

Vinayaraj, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Blattläuse leben in Kolonien und sitzen dicht gedrängt an Triebspitzen, Knospen, Blütenstielen und auf Blattunterseiten. Grüne Arten übersiehst Du auf grünen Pflanzen leicht. Achte deshalb auch auf diese Anzeichen eines Befalls:

  • Eingerollte, gekräuselte oder verkrüppelte Blätter, vor allem an jungen Trieben
  • Klebrige, glänzende Blätter durch den Honigtau, den die Läuse ausscheiden
  • Schwarzer Belag auf den Blättern: Rußtaupilze, die auf dem Honigtau wachsen
  • Viele Ameisen, die an der Pflanze auf und ab laufen
  • Weiße, leere Hüllen auf den Blättern: abgestreifte Häute der Läuse

Welche Blattläuse gibt es?

Schwarze Blattläuse

Die bekannteste schwarze Art ist die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae). Sie ist mattschwarz und befällt neben Bohnen auch Kapuzinerkresse, Dahlien, Mohn, Rüben und viele Zierpflanzen. Auf Kirschbäumen findest Du die ähnlich aussehende Schwarze Kirschenlaus (Myzus cerasi), die die Blätter an den Triebspitzen stark einrollt.

Schwarze Blattläuse bekämpfst Du genauso wie andere Arten: abspritzen, befallene Triebspitzen abschneiden und bei Bedarf mit Schmierseifenlösung nachbehandeln. Da die Schwarze Bohnenlaus besonders große Kolonien bildet, lohnt es sich, früh einzugreifen.

Grüne Blattläuse

Grüne Blattläuse sind am weitesten verbreitet. Häufig sind die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae), die mehrere hundert Pflanzenarten befällt, darunter Gemüse und Zimmerpflanzen, die Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae) und die Grüne Apfelblattlaus (Aphis pomi).

Weiße Blattläuse

Wenn Du „weiße Blattläuse“ entdeckst, handelt es sich oft gar nicht um lebende Blattläuse. Typische Verwechslungen sind:

  • Häutungsreste: Blattläuse häuten sich mehrmals und lassen leere, weißliche Hüllen zurück. Diese sind ein sicheres Zeichen für einen Befall in der Nähe.
  • Wollläuse: Sie sind von weißen, wachsartigen Fäden umgeben und sitzen oft in Blattachseln von Zimmerpflanzen.
  • Weiße Fliegen: Sie fliegen auf, wenn Du die Pflanze bewegst. Blattläuse tun das nicht.

Es gibt aber auch Blattläuse, die weiß wirken: Die Mehlige Kohlblattlaus (Brevicoryne brassicae) ist mit grauweißem Wachspuder bedeckt und befällt Kohl. Die Blutlaus (Eriosoma lanigerum) sitzt unter weißen Wachswolle-Flocken an der Rinde von Apfelbäumen.

Blattlaus-Eier

Blattläuse legen im Herbst Wintereier, die sie gut versteckt an Knospen, in Rindenritzen und an Astgabeln ablegen. Die Eier sind nur etwa einen halben Millimeter groß, zunächst grünlich und werden nach einigen Tagen glänzend schwarz. Die Schwarze Bohnenlaus überwintert so zum Beispiel am Pfaffenhütchen, am Gewöhnlichen Schneeball und am Pfeifenstrauch. Im Frühjahr schlüpfen aus den Eiern die ersten Läuse einer neuen Saison.

Bei Obstgehölzen kannst Du Wintereier vor dem Austrieb mit einem rapsölhaltigen Austriebsspritzmittel behandeln. Das Öl legt sich als dünner Film über die Eier, sodass sie ersticken.

Für Blattläuse anfällige Pflanzen

Mittel gegen Blattläuse

Welches Mittel das richtige ist, hängt davon ab, wie stark der Befall ist und um welche Pflanze es geht. Wichtig ist bei jeder Methode: Eine einzelne Behandlung reicht fast nie. Aus übersehenen Läusen entstehen innerhalb weniger Tage neue Kolonien. Wiederhole die Behandlung deshalb so lange, bis Du mindestens eine Woche lang keine Läuse mehr findest.

MittelWirkungHinweis
Wasserstrahl / AbstreifenGutErste Maßnahme bei jedem Befall
NützlingeGutBrauchen etwas Zeit
SchmierseifeGutVorher an einem Blatt testen
Brennnessel-KaltwasserauszugMäßigFür leichten Befall
Milch-Wasser-MischungMäßigFür leichten Befall
Knoblauch-, Zwiebelsud, Schwarzer TeeSchwachEher zur Vorbeugung
SpülmittelMäßigBesser Schmierseife nehmen
KaffeesatzKaumHilft nicht gegen Läuse an den Trieben
Essig–Schädigt die Pflanze
Tabaksud–Giftig, nicht verwenden

Blattläuse mechanisch entfernen

Bei einem leichten Befall ist das die einfachste und schonendste Methode. Spritze die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl ab oder streife sie mit den Fingern ab (am besten mit Handschuhen). Zimmerpflanzen kannst Du in der Dusche abbrausen. Stark befallene Triebspitzen oder Blätter schneidest Du ab und entsorgst sie im Hausmüll.

Abgespülte Blattläuse krabbeln teilweise zurück auf die Pflanze. Wiederhole das Abspülen deshalb alle zwei bis drei Tage.

Nützlinge

Siebenpunkt-Marienkäfer frisst eine grüne Blattlaus

John Flannery from Richmond County, North Carolina, USA, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Blattläuse haben viele natürliche Feinde. Der bekannteste ist der Marienkäfer: Eine einzige Marienkäferlarve frisst während ihrer Entwicklung mehrere hundert Blattläuse. Ebenso gefräßig sind die Larven der Florfliege, die nicht umsonst „Blattlauslöwen“ genannt werden, und die Larven der Schwebfliege. Auch Ohrwürmer, Raubwanzen, Spinnen und Vögel wie Meisen fressen Blattläuse.

Schlupfwespen legen ihre Eier in Blattläuse. Die befallenen Läuse erkennst Du daran, dass sie aufgebläht und goldbraun aussehen. Lass diese „Blattlausmumien“ an der Pflanze, denn aus ihnen schlüpfen neue Schlupfwespen.

Wenn Du Nützlinge an Deiner Pflanze entdeckst, verzichte auf Spritzmittel, auch auf Hausmittel, denn diese treffen auch die Nützlinge. Gib ihnen ein bis zwei Wochen Zeit. Nützlinge kannst Du auch kaufen, zum Beispiel Florfliegenlarven oder Schlupfwespen. Das lohnt sich besonders für Zimmerpflanzen, Gewächshäuser und Wintergärten.

Hausmittel gegen Blattläuse

Bevor Du ein Pflanzenschutzmittel kaufst, kannst Du es mit Hausmitteln versuchen. Für alle gilt:

  • Sprühe die Pflanze von allen Seiten ein, auch die Blattunterseiten und Triebspitzen.
  • Behandle die Pflanze nicht in der prallen Sonne, sondern morgens oder abends. Sonst können die Blätter verbrennen.
  • Teste ein neues Mittel zuerst an einem einzelnen Blatt und warte einen Tag, ob die Pflanze es verträgt.

Schmierseife

Kaliseife ist auch der Wirkstoff vieler Mittel gegen Blattläuse aus dem Handel. Die Seife löst die schützende Wachsschicht der Läuse auf, sodass sie austrocknen. Sie wirkt nur bei direktem Kontakt, deshalb musst Du die Läuse gut treffen.

Löse die Schmierseife in warmem Wasser auf, lass die Mischung abkühlen und fülle sie in eine Sprühflasche. Beginne mit 10 ml pro Liter und teste die Lösung zuerst an einem Blatt. Pflanzen mit weichen oder behaarten Blättern reagieren empfindlicher. Wiederhole die Behandlung alle drei bis vier Tage, bis keine Läuse mehr zu sehen sind.

Brennnessel-Kaltwasserauszug

Trage beim Pflücken der Großen Brennnessel (Urtica dioica) Handschuhe. Zerkleinere die Blätter, übergieße sie mit kaltem Wasser und lass sie 12 bis 24 Stunden ziehen. Länger sollte der Auszug nicht stehen, denn sonst beginnt er zu gären und wird zu Brennnesseljauche. Die eignet sich als Dünger, nicht gegen Blattläuse.

Siebe die Blätter ab und sprühe die befallene Pflanze unverdünnt mit dem Auszug ein. Wiederhole das alle zwei bis drei Tage.

Milch gegen Blattläuse

Mische die Milch im Verhältnis 1:2 mit Wasser, also einen Teil Milch auf zwei Teile Wasser, und sprühe die befallene Pflanze damit ein. Fettarme Milch ist besser geeignet, weil Vollmilch auf den Blättern schneller unangenehm riecht. Milch ist ein beliebtes Hausmittel bei leichtem Befall, ihre Wirkung ist aber nicht gut belegt. Wiederhole die Behandlung alle zwei bis drei Tage.

Spülmittel gegen Blattläuse

Spülmittel wirkt ähnlich wie Schmierseife, enthält aber Duftstoffe, Rückfetter und andere Zusätze, die die Schutzschicht der Blätter angreifen können. Wenn Du keine Schmierseife zur Hand hast, verwende höchstens 5 ml Spülmittel auf 1 Liter Wasser und teste die Mischung zuerst an einem Blatt.

Knoblauchsud, Zwiebelsud und Schwarzer Tee

Schneide den Knoblauch oder die Zwiebel klein oder nimm die Teebeutel, übergieße alles mit kochendem Wasser und lass den Sud abkühlen. Siebe die Reste ab und sprühe die Pflanze damit ein. Diese Sude sind mild und schonen empfindliche Pflanzen. Gegen einen starken Befall reichen sie aber meist nicht aus. Am besten setzt Du sie vorbeugend oder nach dem Abspülen der Läuse ein.

Kaffeesatz gegen Blattläuse

Kaffeesatz auf der Erde erreicht die Blattläuse nicht, die oben an Trieben und Blättern sitzen. Auch abgekühlter, verdünnter Kaffee als Spritzmittel wird manchmal empfohlen, seine Wirkung ist aber nicht belegt. Als Dünger kannst Du getrockneten Kaffeesatz für manche Pflanzen trotzdem verwenden.

Essig gegen Blattläuse

Die Säure im Essig verätzt die Blätter, besonders die zarten jungen Triebe, an denen die Blattläuse sitzen. Gelangt Essig in die Erde, schädigt er außerdem die Wurzeln und das Bodenleben.

Tabaksud

Früher war Tabaksud ein verbreitetes Mittel gegen Blattläuse. Nikotin ist jedoch hochgiftig, tötet auch Nützlinge und ist in der EU seit Jahren nicht mehr als Pflanzenschutzmittel zugelassen.

Pflanzenschutzmittel

Wenn Hausmittel nicht ausreichen, findest Du im Handel Mittel gegen Blattläuse. Bei leichtem bis mittlerem Befall reichen meist Mittel auf Basis von Kaliseife oder Rapsöl. Mittel mit Neemöl (Wirkstoff Azadirachtin) werden von der Pflanze aufgenommen und sorgen dafür, dass die Läuse aufhören zu saugen.

Achte beim Kauf auf diese Punkte:

  • Bienenschutz: Mittel mit der Kennzeichnung „B4“ sind nicht bienengefährlich.
  • Anwendungsbereich: Nicht jedes Mittel ist für Obst, Gemüse und Kräuter zugelassen. Die Packung zeigt Dir, für welche Pflanzen es gedacht ist und wie lange Du nach der Behandlung mit der Ernte warten musst.
  • Nützlinge: Mittel, die viele Insektenarten treffen, schaden auch Marienkäfern und Florfliegen.
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Blattläuse an Rosen

Rosen gehören zu den Lieblingspflanzen der Blattläuse. Meist ist es die Große Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae), die grün oder rötlich-braun ist und lange schwarze Röhrchen am Hinterleib hat. Sie sitzt ab dem Frühjahr in dichten Kolonien an Triebspitzen und Knospen. Bei starkem Befall verkrüppeln die Knospen und öffnen sich nicht mehr richtig.

So hilfst Du Deinen Rosen gegen Blattläuse:

  • Früh kontrollieren: Schau Dir ab April regelmäßig die Triebspitzen und Knospen an. Einzelne Kolonien streifst Du einfach mit den Fingern ab.
  • Abspritzen: Ein kräftiger Wasserstrahl am Morgen entfernt viele Läuse. So trocknen die Blätter bis zum Abend wieder, was Pilzkrankheiten wie Sternrußtau vorbeugt.
  • Schmierseife: Rosen vertragen eine Schmierseifenlösung meist gut. Sie ist das wirksamste Hausmittel bei einem stärkeren Befall.
  • Geduld mit Nützlingen: Im Frühsommer kommen Marienkäfer und Schwebfliegen. Oft ist der Befall dann nach wenigen Wochen von selbst vorbei.
  • Nicht überdüngen: Zu viel Stickstoff lässt weiche, saftige Triebe wachsen, die Blattläuse besonders gern mögen.

Lavendel wird oft als Begleitpflanze gegen Blattläuse an Rosen empfohlen. Er lockt zwar Nützlinge an, verlässlich fernhalten kann er die Läuse aber nicht.

Blattläuse an Tomaten und Erdbeeren

An Tomaten findest Du meist die Grüne Pfirsichblattlaus oder die grüne bis rosafarbene Kartoffellaus (Macrosiphum euphorbiae). Sie sitzen an Triebspitzen und Blattunterseiten. An Erdbeeren saugt häufig die Erdbeerknotenhaarlaus (Chaetosiphon fragaefolii), die Viren übertragen kann.

Da Du Tomaten und Erdbeeren essen möchtest, setzt Du am besten auf diese Mittel:

  • Läuse mit Wasser abspülen oder abstreifen
  • Stark befallene Blätter und Triebspitzen entfernen
  • Nützlinge wirken lassen, im Gewächshaus auch gekaufte Schlupfwespen oder Florfliegenlarven
  • Bei stärkerem Befall Schmierseifenlösung verwenden

Wasche das Obst und Gemüse vor dem Essen gründlich ab. Wenn Du ein Pflanzenschutzmittel verwendest, muss es für Gemüse oder Obst zugelassen sein. Halte die Wartezeit bis zur Ernte ein, die auf der Packung steht.

Blattläuse an Zimmerpflanzen

Auch Zimmerpflanzen werden von Blattläusen befallen, oft über neu gekaufte Pflanzen, Schnittblumen oder geflügelte Läuse, die im Sommer durchs offene Fenster kommen. In der warmen Wohnung vermehren sie sich das ganze Jahr über, auch im Winter. Natürliche Feinde gibt es hier kaum.

  • Isolieren: Stelle die befallene Pflanze getrennt von Deinen anderen Pflanzen auf.
  • Abduschen: Stülpe eine Plastiktüte über den Topf, damit keine Erde herausfällt, und brause die Pflanze lauwarm ab.
  • Schmierseife: Sprühe die Pflanze danach mit Schmierseifenlösung ein und wiederhole das alle drei bis vier Tage.
  • Nachbarpflanzen kontrollieren: Schau Dir auch die Pflanzen an, die in der Nähe standen.
  • Nützlinge: Florfliegenlarven kannst Du auch in der Wohnung einsetzen.

Untersuche neue Pflanzen, bevor Du sie zu Deinen anderen stellst, und schau beim Gießen regelmäßig auf die Triebspitzen.

Blattläusen vorbeugen

  • Nicht überdüngen: Zu viel Stickstoff macht die Triebe weich und nährstoffreich, was Blattläuse anzieht. Dünge bedarfsgerecht.
  • Richtig gießen: Pflanzen unter Trockenstress sind anfälliger für Blattläuse.
  • Nützlinge fördern: Blühende Pflanzen locken Schwebfliegen und Florfliegen an. Ein mit Holzwolle gefüllter Tontopf, kopfüber aufgehängt, bietet Ohrwürmern ein Zuhause.
  • Mischkultur: Pflanzen wie Bohnenkraut, Knoblauch, Lavendel, Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop, Zwiebeln, Lauchzwiebeln und Schnittlauch sollen Blattläuse durch ihren Duft abschrecken. Einen sicheren Schutz bieten sie nicht, viele von ihnen locken aber Nützlinge an.
  • Ameisen fernhalten: Ameisen schützen Blattläuse vor ihren Feinden. Ein Leimring am Stamm von Bäumen und Kübelpflanzen hält sie fern.
  • Wintereier entfernen: Bürste bei Obstbäumen die Rinde im Winter ab oder behandle sie vor dem Austrieb mit einem Rapsölmittel.

Warum ist die Blattlaus ein Schädling?

Blattläuse stechen mit ihrem Rüssel in die Leitungsbahnen der Pflanze und saugen den zuckerreichen Pflanzensaft. Dabei geben sie Speichel ab, durch den sich Blätter einrollen und Triebe verkrüppeln. Ein starker Befall schwächt die Pflanze und hemmt ihr Wachstum.

Den überschüssigen Zucker scheiden Blattläuse als klebrigen Honigtau aus. Ameisen fressen ihn gern und schützen die Blattläuse im Gegenzug vor Marienkäfern, Florfliegen und Schlupfwespen. Auf dem Honigtau wachsen außerdem Rußtaupilze, die einen schwarzen Belag bilden. Er verringert das Licht, das die Blätter erreicht.

Darüber hinaus übertragen Blattläuse Pflanzenviren, wenn sie von Pflanze zu Pflanze wandern. Diese Viren lassen sich nicht behandeln und können eine Pflanze dauerhaft schädigen.

Wie vermehren sich Blattläuse?

Blattläuse vermehren sich so schnell, weil sie im Frühjahr und Sommer keine Männchen brauchen. Die Weibchen bringen ohne Befruchtung lebende Junge zur Welt, die bereits nach etwa ein bis zwei Wochen selbst Nachwuchs bekommen. Diese Fortpflanzung nennt man Jungfernzeugung. Ein einzelnes Weibchen kann so in wenigen Wochen eine ganze Kolonie gründen.

Wird es zu eng oder verschlechtert sich die Pflanze als Nahrungsquelle, entstehen geflügelte Blattläuse, die neue Pflanzen besiedeln. Im Herbst bilden viele Arten Männchen und Weibchen, die sich paaren. Die Weibchen legen dann die Wintereier, aus denen im nächsten Frühjahr eine neue Generation schlüpft. In der warmen Wohnung fällt dieser Winter weg, deshalb vermehren sich Blattläuse an Zimmerpflanzen das ganze Jahr über ohne Eier.

Häufige Fragen zu Blattläusen

Woher kommen Blattläuse plötzlich?

Im Frühjahr schlüpfen sie aus Wintereiern, die an der Pflanze oder an Gehölzen in der Nähe überwintert haben. Im Sommer fliegen geflügelte Blattläuse von Pflanze zu Pflanze und gründen neue Kolonien. Durch ihre schnelle Vermehrung scheint ein Befall dann wie aus dem Nichts zu kommen.

Sind Blattläuse gefährlich für Menschen oder Haustiere?

Nein. Blattläuse stechen und beißen keine Menschen und übertragen keine Krankheiten auf Menschen oder Tiere. Gefährlich sind sie nur für Deine Pflanzen.

Wie lange dauert es, Blattläuse loszuwerden?

Bei einem leichten Befall sind die Läuse nach ein bis zwei Wochen regelmäßiger Behandlung meist verschwunden. Bei einem starken Befall kann es mehrere Wochen dauern. Kontrolliere Deine Pflanze danach noch eine Weile, denn übersehene Läuse bilden schnell neue Kolonien.

Gehen Blattläuse von allein weg?

Im Garten oft ja: Im Frühsommer finden Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen die Kolonien und fressen sie. An Zimmerpflanzen fehlen diese Nützlinge, dort musst Du selbst eingreifen.