Bogenhanf

Dracaena (urspr. Sansevieria)

Familie: Asparagaceae

Bogenhanf

Darf man den Bogenhanf eigentlich noch als Sansevieria bezeichnen? 2019 wurde die Gattung Sansevieria aufgrund jüngster DNA-Analysen als eigenständige Gattung aufgelöst und alle zugehörigen Pflanzen in die Gattung der Dracaena verschoben.

Wissenschaftlich gesehen ist diese taxonomische Anpassung durchaus sinnvoll, sie sorgt aber bis heute immer noch für große Verwirrung. So sind die ehemaligen Sansevierias im Handel nach wie vor als solche ausgeschildert und selbst bei der online Suche nach Pflegetipps wird man eher fündig, wenn man nach Sansevieria sucht anstelle der neuen Dracaena Namen.

Trotz komplizierter Verhältnisse in Sachen Namensgebung ist der Bogenhanf dafür äußerst unkompliziert und pflegeleicht als Zimmerpflanze, was ihm auch zu seiner großen Beliebtheit unter Pflanzenfreunden verholfen hat.

Bogenhanf Pflege

Standort

Der Bogenhanf ist nicht allzu wählerisch, was das Licht betrifft und gibt sich sowohl mit einem hellen als auch halbschattigen Ort zufrieden. Direktes Sonnenlicht hingegen verträgt er nicht gut, wobei er diese begrenzt auf die Morgen- oder Abendstunden noch verkraften würde.

In Sachen Temperatur fühlt sich der Bogenhand am wohlsten bei regulärer Raumtemperatur, kann allerdings auch bei minimal 15 Grad und maximal 30 Grad gehalten werden. Ein Standort nahe einer Heizung macht ihm im Winter nichts aus, weder in Sachen Luftfeuchtigkeit noch Temperatur.

Kalte Zugluft im Winter tut ihm nicht gut. Wer ihn in Fensternähe stehen hat und dieses Fenster im Winter ab und zu öffnet, sollte die Pflanze während der winterlichen Temperaturen an einem anderen Standort unterbringen.

Gießen

Der Bogenhanf mag es trocken und muss nur zirka alle zwei Wochen gegossen werden. Er speichert viel Wasser in seine dicken, fleischigen Blättern, über die er sich in Trockenphasen versorgt. Wer in den Urlaub fährt und einen Pflanzensitter beauftragt, der sollte der Person lieber ans Herz legen den Bogenhanf zu ignorieren.

Bei zu viel Wasser besteht die Gefahr, dass die Wurzeln schnell verfaulen. Der Bogenhanf macht in dem Fall darauf aufmerksam, indem seine Blätter beginnen eine bräunliche Färbung anzunehmen und er sie eventuell schlaff hinabhängen lässt.

Umtopfen

Wie bei allen Pflanzen empfiehlt sich das Umtopfen im Frühjahr zwischen März und April. Umtopfen sollte man, wenn es langsam eng im Topf wird und spätestens dann, wenn die Wurzeln bereits oben hinauskommen oder einzelne Pflanzen umfallen, deren Wurzeln nach oben gedrückt wurden und so den Halt verloren haben.

Der Bogenhanf nimmt ein überfälliges Umtopfen nicht so einfach geduldig hin: Wenn es zu eng wird, sprengt er mit den Wurzeln den Topf, um sich den benötigten Raum zu schaffen.

Da der Bogenhanf keine langen Wurzeln entwickelt, empfehlen sich flache Töpfe. Bei tiefen Töpfen könnte sich Feuchtigkeit im unteren Bereich sammeln und zu einem ungewollten Eigenleben führen.

Substrat

Der Bogenhanf braucht ein durchlässiges Substrat, indem die Feuchtigkeit nicht allzu lange gespeichert bleibt. Die einfachste Variante ist fertige Erde für Sukkulenten oder Kakteen. Auch mit Pon und Seramis gibt er sich zufrieden. Wer reguläre Blumenerde verwenden möchte, sollte diese unbedingt zu gleichem Teil mit Sand oder einem Tongranulat mischen.

Düngen

Der Bogenhanf benötigt nicht viel Dünger. Eine kleine Dosis von Kakteen- oder Grünpflanzendünger einmal im Monat zwischen April und September genügen vollkommen. Im Winter sollte man gänzlich auf das Düngen verzichten.

Schneiden

Das Schneiden aus ästhetischen Gründen ist nicht zu empfehlen, da die Schnittstellen meist unschön aussehen. Empfehlenswerter ist es, die Pflanze einfach umzudrehen, damit das unschöne Blatt nicht auffällt.

Wer dennoch seine Pflanze schneiden möchte, der sollte einzelne Blätter mit einem Messer so weit wie möglich am Ansatz sauber abschneiden. Das Abschneiden ist manchmal nötig, wenn man die Pflanze vermehren möchte.

Bogenhanf vermehren

Der Bogenhanf lässt sich auf zwei Wegen vermehren.

Der einfache Weg ist, auf neue Pflänzchen zu warten und diese von der Mutterpflanze zu teilen. Die kleinen Bogenhänfchen haben bereits ihre eigenen Wurzeln und können direkt in einen separaten Topf gesetzt werden.

Der schnellere, aber auch etwas umständlichere Weg ist ein Blatt abzutrennen und es quer in Stücke zu schneiden. Hierbei ist es aber sehr, sehr wichtig sich zu merken, wo oben und unten bei dem Stück ist. Falsch herum in die Erde gesteckt, wird das Blatt nicht zu einer neuen Pflanze austreiben können. Bevor man die Stücke jedoch in die Erde setzt, sollte man sie zirka eine Woche beiseitelegen und trocknen lassen. Erst dann steckt man sie – richtig herum – in feuchtes Substrat, wo sie nach einiger Zeit Wurzeln schlagen.

Eigenschaften des Bogenhanfs

Bogenhanf (ehemalig Sansevieria) Blätter

Wuchs und Größe

Die 70 bis 80 anerkannten Arten unterscheiden sich teilweise sehr in ihrem Aussehen.

Oft denkt man beim Bogenhanf an die flachen, lang aufrecht wachsenden und spitz zulaufenden Blätter. Umgangssprachlich wird dieser Bogenhanf auch Schwiegermutterzunge genannt. Diese gibt es in verschiedenen Farben und Musterungen, beispielsweise mit einem gelben Rand oder silbergrauen, horizontalen Streifen. Zum Bogenhanf gehören aber auch runde, aufrecht wachsende und spitz zulaufende Pflanzen, die wie Stifte im Substrat stecken.

Ein Bogenhanf kann um die 1,5 Meter groß werden, das Wachstum kann man aber je nach Standort beeinflussen. An einem dunklen Standort wird das Wachstum verlangsamt, an eine hellen Standort wird es beschleunigt.

Blüten

Der Bogenhanf kann bei guter Pflege blühen. Seine Blüten sind sehr klein, weißgrün und duften angenehm, jedoch öffnen sie sich nur bei Nacht.

Arten des Bogenhanfs

Es gibt viele verschiedene Arten von Bogenhanf, von denen sich viele hervorragend als Zimmerpflanzen eignen und von denen einige beliebter sind als andere. Zu den beliebtesten Arten gehören:

  • Dracaena angolensis
  • Dracaena bacularis
  • Dracaena masoniana