Ribes uva-crispa

Stachelbeere (Ribes uva-crispa): Pflanzen, Schneiden & Erntezeit

Stachelbeere · Chrosle

Ribes uva-crispa

Familie: Grossulariaceae

Von Livia Gaweiler · Veröffentlicht am

Pflege

Gießen

Alle 21 Tage

Standort

sonnig

Substrat

Kräuter- und Gemüseerde

Typische Größe

110 cm

Vermehrung

0 % vermehrt

Häufigster Schädling

Keine bekannt

Erfahrungswerte aus der PlantFrand-Community

Erinnerungen fürs Gießen

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Die Stachelbeere (Ribes uva-crispa) ist ein Klassiker im Obstgarten. Ihre prallen Beeren schmecken je nach Reife herrlich süß-säuerlich und sind grün, gelb, weiß oder rot, ob frisch vom Strauch, im Kuchen, als Kompott oder als Marmelade. In Österreich heißt sie Agrasel. Der Stachelbeerstrauch ist winterhart, anspruchslos und braucht wenig Platz, am Spalier sogar nur einen schmalen Streifen an der Hauswand. Nur seine Stacheln verlangen etwas Vorsicht. Hier erfährst Du, wie Du Stachelbeeren pflanzt, pflegst und richtig schneidest und wann ihre Erntezeit ist.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Standort: sonnig bis lichter Halbschatten, luftig
  • Gießen: bei Trockenheit durchdringend, vor allem während die Beeren wachsen
  • Erde: humusreich, locker und leicht feucht, ohne Staunässe
  • Düngen: im Frühling Kompost oder organischer Beerendünger, wenig Stickstoff
  • Pflanzzeit: am besten im Herbst, auch im Frühling
  • Schneiden: nach der Ernte, ältere Triebe regelmäßig bodennah entfernen
  • Erntezeit: grün ab Ende Mai, reif je nach Sorte von Juni bis August
  • Vermehrung: durch Absenker oder Steckhölzer
  • Winterhart: ja, auch strenge Fröste
  • Giftig: nein, die Beeren sind essbar

Stachelbeeren pflanzen

Welcher Standort ist ideal?

Die Stachelbeere wächst am besten an einem sonnigen bis lichten halbschattigen Standort. In der Sonne werden die Beeren am süßesten. Wichtiger als die volle Sonne ist aber ein luftiger Platz, an dem Blätter und Beeren nach Regen schnell abtrocknen. In feuchter, stehender Luft breitet sich nämlich der Amerikanische Stachelbeermehltau aus, die häufigste Krankheit der Stachelbeere. An einer heißen Südwand können die Beeren außerdem Sonnenbrand bekommen. Eine Ost- oder Westwand ist für ein Spalier deshalb oft besser.

Der Boden sollte humusreich, locker und nährstoffreich sein und Feuchtigkeit gut halten, ohne zu vernässen. Leicht saure bis neutrale Böden sind ideal. Schwere Lehmböden lockerst Du vor dem Pflanzen mit Kompost auf, sandige Böden verbesserst Du ebenfalls mit Kompost.

Dies sind die Standorte, an denen die PlantFrand-Community ihre Ribes uva-crispa platziert:

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Wann ist die beste Pflanzzeit?

Die beste Pflanzzeit für Stachelbeeren ist der Herbst, von Oktober bis November. Dann wurzelt der Strauch bis zum Frühling ein und startet kräftig ins erste Jahr. Auch im Frühling, von März bis April, kannst Du Stachelbeeren pflanzen. Sträucher im Topf lassen sich sogar das ganze Jahr über pflanzen, solange der Boden nicht gefroren ist. Im Sommer musst Du sie dann aber regelmäßig gießen.

So pflanzt Du einen Stachelbeerstrauch:

  1. Wurzeln wässern: Stell den Strauch vor dem Pflanzen etwa eine Stunde in einen Eimer mit Wasser, bis sich der Ballen vollgesogen hat.
  2. Pflanzloch ausheben: Grabe ein Loch, das etwa doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen, und mische die Erde mit reifem Kompost.
  3. Etwas tiefer setzen: Setze einen Strauch etwa 5 Zentimeter tiefer, als er vorher im Topf stand. So bildet er aus dem Boden mehr neue Triebe. Einen Hochstamm setzt Du dagegen genau so tief wie im Topf.
  4. Abstand halten: Zwischen zwei Stachelbeersträuchern sollten etwa 1 bis 1,5 Meter Platz sein, am Spalier reichen 60 bis 80 Zentimeter.
  5. Angießen und mulchen: Gieße kräftig an und bedecke den Boden mit einer Schicht Mulch aus Rasenschnitt, Laub oder Rindenhumus.

Stachelbeere am Spalier und als Hochstamm

Die Stachelbeere muss nicht als Strauch wachsen. Am Spalier, also an einem Gitter oder an gespannten Drähten vor einer Wand oder einem Zaun, braucht sie kaum Platz. Die Triebe bekommen dort viel Licht und Luft, und Du erntest ohne Kratzer. Dafür lässt Du drei bis fünf kräftige Haupttriebe stehen, fächerst sie auf und bindest sie mit Bast oder Juteschnur locker am Gitter fest.

Als Hochstamm ist die Stachelbeere auf einen Stamm veredelt, meist auf die Gold-Johannisbeere. Die Beeren hängen dann in bequemer Pflückhöhe, und unter der Krone ist noch Platz für Kräuter oder Erdbeeren. Ein Hochstamm braucht dauerhaft einen stabilen Stab, an dem Du ihn festbindest. Auch im großen Kübel mit mindestens 30 Litern wächst ein Hochstamm oder ein kleiner Strauch gut.

Stachelbeere Pflege

Gießen

Ausgewachsene Stachelbeeren im Beet kommen meist mit dem Regen aus. Bei längerer Trockenheit solltest Du aber durchdringend gießen, vor allem von der Blüte bis zur Ernte. Fehlt dem Strauch in dieser Zeit Wasser, bleiben die Beeren klein oder fallen ab. Gieße dabei direkt auf den Boden und nicht über die Blätter, damit sich kein Mehltau ausbreitet.

Stachelbeeren sind Flachwurzler. Ihre Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche und trocknen schnell aus. Eine Mulchschicht hält den Boden feucht und kühl. Hacke unter dem Strauch deshalb nicht, sondern zupfe Unkraut nur vorsichtig aus.

Dies sind die in der PlantFrand-Community am meisten verwendeten Substrate für die Ribes uva-crispa:

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Stachelbeeren düngen

Stachelbeeren brauchen nur wenig Dünger. Es reicht, im Frühling, etwa im März oder April, zwei bis drei Liter reifen Kompost pro Strauch zu verteilen und leicht einzuarbeiten. Alternativ verwendest Du einen organischen Beerendünger. Sei sparsam mit Stickstoff: Er lässt weiche, saftige Triebspitzen wachsen, die besonders anfällig für Mehltau sind. Stachelbeeren vertragen außerdem kein Chlorid, achte bei Mineraldüngern deshalb auf den Hinweis „chloridfrei“. Ab Juli düngst Du nicht mehr, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen.

Passende Düngemittel für die Ribes uva-crispa

Für Beeren und Obst verwendest Du am besten speziellen Dünger, der auf die Bedürfnisse dieser Pflanzen genauestens zugeschnitten ist. Du findest passende Düngemittel für Deine Ribes uva-crispa sowohl online als auch im Fachhandel vor Ort.

Meine Empfehlung geht an die Beerendünger von COMPO und Dehner. Beide sind von besonders guter Qualität und sorgen dafür, dass Deine Pflanzen nicht nur gesund bleiben und gut wachsen können, sie werden Dich auch mit einer leckeren Ernte beschenken.

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Stachelbeeren schneiden

Ohne Schnitt wird ein Stachelbeerstrauch schnell zu einem dichten, stacheligen Gestrüpp. Innen bleibt es feucht und dunkel, der Mehltau hat leichtes Spiel und Du kommst kaum noch an die Beeren. Die Stachelbeere trägt die meisten und größten Beeren an ein- bis dreijährigen Trieben. Ziel des Schnitts ist deshalb ein lockerer Strauch aus etwa 8 bis 10 kräftigen Haupttrieben unterschiedlichen Alters.

Wann schneidet man Stachelbeeren?

Der beste Zeitpunkt, um Stachelbeeren zu schneiden, ist direkt nach der Ernte im Sommer. Dann erkennst Du gut, welche Triebe getragen haben, und der Strauch hat bis zum Herbst Zeit, neue Triebe zu bilden. Alternativ kannst Du im späten Winter schneiden, von Februar bis Anfang März, solange es nicht friert. Zieh beim Schneiden immer feste Handschuhe an, am besten mit langen Stulpen.

So schneidest Du einen Stachelbeerstrauch

  1. Alte Triebe entfernen: Schneide jedes Jahr die zwei bis drei ältesten Haupttriebe direkt über dem Boden ab. Du erkennst sie an der dunklen, rauen Rinde und den vielen verzweigten Seitentrieben. Triebe, die älter als drei bis vier Jahre sind, tragen nur noch wenige, kleine Beeren.
  2. Junge Triebe stehen lassen: Lass als Ersatz genauso viele kräftige, junge Bodentriebe stehen. Alle übrigen jungen Triebe schneidest Du am Boden ab.
  3. Auslichten: Entferne schwache, kranke und nach innen oder flach am Boden wachsende Triebe. Die Mitte des Strauchs soll offen bleiben, damit Licht und Luft hineinkommen.
  4. Seitentriebe einkürzen: An den stehen gebliebenen Haupttrieben kürzt Du zu lange Seitentriebe auf zwei bis drei Knospen ein. Dort wachsen im nächsten Jahr neue Fruchttriebe.
  5. Mehltau wegschneiden: Triebspitzen mit weißem oder braunem, filzigem Belag schneidest Du großzügig ab und entsorgst sie im Hausmüll.

Stachelbeeren zurückschneiden am Spalier und Hochstamm

Am Spalier bleiben die Haupttriebe dauerhaft stehen und werden nur alle paar Jahre durch einen jungen Trieb ersetzt. Nach der Ernte kürzt Du alle Seitentriebe auf zwei bis drei Knospen ein, damit das Spalier schmal bleibt. Neue Triebe, die nach vorne von der Wand weg wachsen, schneidest Du ganz ab.

Bei einem Hochstamm kürzt Du nach der Ernte die Triebe der Krone um etwa ein Drittel ein, damit sie kompakt und rund bleibt, und schneidest alte, abgetragene Triebe an ihrem Ansatz heraus. Triebe, die am Stamm oder aus der Wurzel wachsen, entfernst Du immer sofort, denn sie gehören zur Unterlage und nehmen der Krone Kraft.

Einen alten, verwahrlosten Stachelbeerstrauch kannst Du auch radikal verjüngen: Schneide im späten Winter alle Triebe bis auf wenige Zentimeter über dem Boden zurück. Der Strauch treibt im Frühling kräftig neu aus und trägt nach ein bis zwei Jahren wieder.

Stachelbeeren vermehren

Stachelbeeren lassen sich gut selbst vermehren:

  • Absenker: Das ist die sicherste Methode. Biege im Frühling einen langen, bodennahen Trieb zur Erde, ritze die Rinde an der Stelle leicht ein, an der er den Boden berührt, und bedecke sie mit Erde. Ein Stein oder Haken hält den Trieb fest. Hat er im Herbst Wurzeln gebildet, trennst Du ihn von der Mutterpflanze ab und pflanzt ihn an seinen neuen Platz.
  • Steckhölzer: Schneide im Spätherbst etwa 20 Zentimeter lange, bleistiftdicke Stücke von einjährigen Trieben ab. Stecke sie so tief in lockere Gartenerde, dass nur noch zwei bis drei Knospen herausschauen. Stachelbeeren bewurzeln langsamer als Johannisbeeren, stecke deshalb lieber ein paar Steckhölzer mehr.

Aus Samen lassen sich Stachelbeeren zwar ziehen, die jungen Pflanzen tragen aber nicht dieselben Beeren wie die Mutterpflanze.

Stachelbeeren ernten

Wann ist die Erntezeit der Stachelbeere?

Die Erntezeit der Stachelbeere beginnt schon Ende Mai. Dann kannst Du einen Teil der Beeren noch grün und hart pflücken. Diese unreifen Stachelbeeren sind sehr sauer und eignen sich zum Kochen, für Kompott, Kuchen und Marmelade. Gleichzeitig hat der Strauch dann weniger zu tragen, und die übrigen Beeren werden größer. Vollreif sind Stachelbeeren je nach Sorte von Juni bis August, die meisten im Juli.

Wann sind Stachelbeeren reif?

Reif sind Stachelbeeren, wenn sie ihre typische Sortenfarbe haben, also kräftig grün, gelb, weiß oder rot, wenn sie leicht durchscheinend wirken und bei leichtem Druck etwas nachgeben. Dann schmecken sie am süßesten und lassen sich frisch naschen. Probiere am besten eine Beere: Ist sie noch hart und sauer, lässt Du die anderen ein paar Tage länger hängen. Pflücke die Beeren einzeln mit dem Stiel und trage dabei Handschuhe. Frisch halten sie im Kühlschrank etwa eine Woche, eingefroren rund ein Jahr.

Sind Stachelbeeren gesund?

Ja, Stachelbeeren sind sehr gesund. Sie enthalten viel Vitamin C, rund 35 Milligramm pro 100 Gramm, außerdem Ballaststoffe, Kalium und Pektin, und dabei nur wenige Kalorien. Das Pektin sorgt dafür, dass Stachelbeermarmelade auch mit wenig Gelierzucker gut fest wird.

Eigenschaften

Herkunft und Name

Die Stachelbeere stammt aus Europa, Nordafrika und dem Kaukasus und wächst bei uns auch wild an Waldrändern und in Hecken. In Gärten wird sie seit dem 16. Jahrhundert angebaut. Ihr botanischer Name uva-crispa bedeutet „krause Traube“. Sie gehört zur Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae) und ist eng mit der Roten Johannisbeere (Ribes rubrum) verwandt. Die Jostabeere ist eine Kreuzung aus Stachelbeere und Schwarzer Johannisbeere. Sie trägt große, dunkle Beeren und hat keine Stacheln.

Sorten

Beliebte Sorten der Stachelbeere sind zum Beispiel:

  • 'Invicta': eine grüne Sorte mit großen Beeren, die reich trägt und wenig anfällig für Mehltau ist.
  • 'Hinnonmäki Rot' und 'Hinnonmäki Gelb': zwei robuste, mehltauresistente Sorten aus Finnland mit aromatischen, süßen Beeren.
  • 'Pax': eine rote Sorte mit nur wenigen Stacheln, die sich deshalb besonders angenehm ernten lässt.
  • 'Rokula': eine frühe, rote Sorte, die als sehr widerstandsfähig gegen Mehltau gilt.

Blätter und Blüten

Die Blätter der Stachelbeere sind klein, drei- bis fünflappig, am Rand gekerbt und frisch grün. Im Herbst färben sie sich gelb und fallen ab, denn der Strauch ist sommergrün. An den Trieben sitzen spitze Stacheln, meist einzeln oder zu dritt unter den Blattknospen. Im April blüht die Stachelbeere mit kleinen, glockenförmigen, grünlich bis rötlichen Blüten, die einzeln oder zu zweit bis dritt hängen. Sie sind eine wichtige frühe Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln.

Wie groß wird ein Stachelbeerstrauch?

Ein Stachelbeerstrauch wird meist 0,8 bis 1,2 Meter hoch und ähnlich breit, an einem guten Standort auch bis zu 1,5 Meter. Er wächst buschig mit überhängenden Trieben und bildet aus dem Boden immer wieder neue Triebe. Mit dem regelmäßigen Schnitt hältst Du ihn gut auf der gewünschten Größe. Als Hochstamm oder am Spalier passt die Stachelbeere auch in kleine Gärten.

Größe in der Community

Die Hälfte aller Ribes uva-crispa in der PlantFrand-Community ist zwischen 109 cm und 111 cm hoch, typisch sind 110 cm.

Krankheiten und Schädlinge

Häufige Krankheiten

  • Amerikanischer Stachelbeermehltau: Die häufigste und gefährlichste Krankheit der Stachelbeere. Ab dem Frühsommer bildet sich ein weißer, mehliger Belag auf Triebspitzen, Blättern und Beeren, der später braun und filzig wird. Die Beeren sind dann kaum noch genießbar. Schneide befallene Triebspitzen großzügig ab, lichte den Strauch gut aus, dünge sparsam mit Stickstoff und pflanze am besten gleich mehltauresistente Sorten.
  • Blattfallkrankheit: Kleine braune Flecken auf den Blättern, die bald gelb werden und abfallen. Der Strauch ist dann schon im Sommer fast kahl. Sammle befallenes Laub auf und entsorge es im Hausmüll.
  • Sonnenbrand: An heißen, sonnigen Tagen bekommen die Beeren an der Sonnenseite braune, eingesunkene Flecken. Ein Standort mit etwas Schatten in der Mittagshitze beugt vor.

Schädlinge

Der gefürchtetste Schädling an Stachelbeeren ist die Stachelbeerblattwespe. Ihre grünen, schwarz gepunkteten Larven fressen ab Mai die Blätter von innen nach außen bis auf die Blattrippen ab und können einen Strauch innerhalb weniger Tage kahl fressen. Kontrolliere die Blätter im Inneren des Strauchs deshalb regelmäßig und sammle die Larven früh ab. Außerdem saugen manchmal Blattläuse an den jungen Triebspitzen, wodurch sich die Blätter einrollen.

Sieht so aus, als gäbe es noch keine Daten über Schädlinge, die sich gern über die Ribes uva-crispa hermachen. Aktuell sind nämlich 100% dieser Pflanzen in der PlantFrand-Community schädlingsfrei.

Noch mehr Beeren für Deinen Garten liefern zum Beispiel die Rote Johannisbeere, die Erdbeere und die Himbeere.