
Aloe vera: Pflege, Standort & Gießen
Echte Aloe
Aloe vera
Familie: Asphodelaceae
Von Livia Gaweiler · Aktualisiert am
Pflege
Gießen
Alle 12 Tage
Standort
hell
Substrat
Erde für Grünpflanzen
Typische Größe
26 cm
Vermehrung
33 % vermehrt
Häufigster Schädling
Erinnerungen fürs Gießen
Die PlantFrand-App sagt Dir, wann Deine Aloe vera Durst hat.
Die Aloe vera, auch Echte Aloe genannt, ist eine Sukkulente, die Wasser in ihren dicken, fleischigen Blättern speichert. Viele kennen sie aus Cremes und Gels. Sie ist aber auch eine robuste und pflegeleichte Zimmerpflanze, die perfekt für Anfänger ist, solange sie genug Licht bekommt und nicht zu oft gegossen wird.
Das Wichtigste in Kürze:
- Standort: so hell und sonnig wie möglich, am besten ein Südfenster
- Gießen: sparsam, erst wenn die Erde vollständig durchgetrocknet ist, im Winter nur sehr selten
- Erde: durchlässige Kakteen- oder Sukkulentenerde
- Düngen: von April bis September etwa alle vier Wochen mit Kakteendünger
- Temperatur: im Sommer warm, im Winter hell und kühl bei 10 bis 15 °C, nie unter 5 °C
- Vermehrung: über Kindel, die sich am Fuß der Pflanze bilden
- Giftig: für Katzen und Hunde ja, für Menschen ist vor allem der gelbe Blattsaft bedenklich
Pflege der Aloe vera
Standort und Licht
Die Aloe vera ist sonnenhungrig und braucht einen möglichst hellen und warmen Platz. Ideal ist ein Südfenster oder ein lichtdurchfluteter Wintergarten. An einem zu dunklen Standort wächst sie lang und dünn, und ihre Blätter werden weich und kippen zur Seite. Mehr zum Thema Licht findest Du in unserem Artikel Wie viel Licht brauchen Zimmerpflanzen?.
Dies sind die Standorte, an denen die PlantFrand-Community ihre Aloe vera platziert:
53% hell
16% absonnig
16% halbschattig
12% sonnig
4% schattig
Eine neu gekaufte Aloe vera kommt meist aus einem Geschäft mit wenig Licht. Stelle sie deshalb nicht sofort in die pralle Sonne, sondern gewöhne sie über etwa zwei Wochen langsam daran. Sonst bekommt sie Sonnenbrand, der sich als helle, gelbliche oder braune Flecken zeigt.
Im Sommer darf die Aloe vera gerne auf den Balkon oder die Terrasse, an einen sonnigen Platz, der vor Regen geschützt ist. Auch hier gilt: Gewöhne sie langsam an die Sonne im Freien. Winterhart ist sie in Deutschland nicht, deshalb gehört sie nicht ins Gartenbeet. Hol sie rechtzeitig wieder herein, bevor die Nächte kälter als etwa 10 °C werden.
Den Winter verbringt die Aloe vera am liebsten hell und kühl bei 10 bis 15 °C, zum Beispiel in einem unbeheizten Wintergarten oder an einem hellen Fenster in einem kühlen Raum. Eine kühle Überwinterung fördert die Blütenbildung, ist aber kein Muss. Steht sie das ganze Jahr im warmen Wohnzimmer, sollte der Platz im Winter umso heller sein. Mehr dazu liest Du in unserem Artikel über die richtige Temperatur für Zimmerpflanzen.
Gießen
Die Aloe vera ist ein typischer Wüstenbewohner und kommt mit Trockenheit viel besser zurecht als mit Nässe. Der häufigste Pflegefehler ist zu viel Wasser, denn dann faulen die Wurzeln.
Gieße sie deshalb erst, wenn die Erde vollständig durchgetrocknet ist. Im Sommer ist das je nach Standort und Topfgröße etwa alle zwei bis drei Wochen der Fall. Gieße dann durchdringend und gieße Wasser, das sich nach etwa einer Viertelstunde im Untersetzer oder Übertopf gesammelt hat, wieder ab. Achte darauf, dass das Wasser direkt auf die Erde läuft und nicht in die Blattrosette, denn auch stehendes Wasser zwischen den Blättern kann Fäulnis verursachen.
Im Winter, besonders bei kühler Überwinterung, braucht die Aloe vera nur sehr wenig Wasser. Ein kleiner Schluck alle vier bis sechs Wochen reicht meist aus. Werden die Blätter dünn und rollen sich nach innen ein, ist das ein Zeichen, dass sie mehr Wasser braucht.
Substrat
Die Aloe vera braucht eine lockere, mineralische und gut durchlässige Erde, damit überschüssiges Wasser schnell abfließen kann. Am besten eignet sich eine spezielle Kakteen- oder Sukkulentenerde. Alternativ kannst Du normale Blumenerde im Verhältnis 2:1 mit Sand, Bims oder Tongranulat mischen.
Dies sind die in der PlantFrand-Community am meisten verwendeten Substrate für die Aloe vera:
Substrate für Pflanzen findest Du in jedem Baumarkt, Gartencenter und vielen Geschäften, die Pflanzen verkaufen. Alternativ kannst Du passende Substrate für Deine Aloe vera auch online kaufen.
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Düngen
Die Aloe vera ist genügsam und braucht nur wenig Dünger. Von April bis September reicht es, sie etwa alle vier Wochen mit einem Dünger für Kakteen und Sukkulenten zu versorgen. Halte Dich dabei an die Dosierung auf der Verpackung oder nimm lieber etwas weniger. Von Oktober bis März ruht die Pflanze, dann düngst Du gar nicht. Frisch umgetopfte Pflanzen brauchen im ersten Jahr ebenfalls kaum Dünger, da die neue Erde genug Nährstoffe enthält.
Passende Düngemittel für die Aloe vera
Auch Sukkulenten benötigen ab und an Nährstoffe, auch wenn sie in der Regel weniger gegossen werden als andere Pflanzen.
Düngemittel speziell für Sukkulenten und Kakteen beinhaltet primär Kalium, Stickstoffe und Phosphor, was den Nährstoffbedarf dieser Pflanzen deckt.
COMPO ist eine sehr empfehlenswerte Marke, die nicht nur Deine Aloe vera mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, sondern auch viele andere Sukkulenten in Deiner Sammlung.
Eine andere empfehlenswerte ist Dehner, die Deine Sukkulenten ebenfalls bestens versorgt.
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Umtopfen
Topfe Deine Aloe vera etwa alle zwei bis drei Jahre um, oder wenn der Topf komplett durchwurzelt ist oder sich viele Kindel darin drängen. Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, zu Beginn der Wachstumsphase.
Der neue Topf darf ein paar Zentimeter größer sein als der alte, aber nicht viel größer, da sich sonst Wasser in der Erde staut, die die Wurzeln nicht erreichen. Ein Abzugsloch ist Pflicht. Weil die Aloe vera eher in die Breite wächst, eignet sich ein breiter, standfester Topf, zum Beispiel aus Ton, der zusätzlich Feuchtigkeit aufnimmt und große Pflanzen vor dem Umkippen bewahrt.
Ziehe beim Umtopfen am besten Handschuhe an, da die Blattränder bedornt sind. Gieße die Pflanze danach erst nach etwa einer Woche, damit kleine Verletzungen an den Wurzeln abheilen können. Große Exemplare kannst Du anfangs mit ein paar Holzstäben stützen, bis sich die Wurzeln in der neuen Erde festhalten.
Vermehrung
Am einfachsten vermehrst Du die Aloe vera über ihre Kindel. Das sind kleine Ableger, die sich am Fuß der Mutterpflanze bilden. Sobald ein Kindel etwa 10 Zentimeter groß ist und ein paar eigene Blätter hat, kannst Du es im Frühjahr oder Sommer mit einem scharfen, sauberen Messer abtrennen, möglichst mit ein paar Wurzeln daran. Lass die Schnittstelle einen Tag antrocknen und setze das Kindel dann in Kakteenerde. Gieße in den ersten Wochen nur sehr sparsam.
Abgeschnittene Blätter eignen sich dagegen kaum zur Vermehrung, da sie meist faulen, bevor sie Wurzeln bilden.
Vermehrung
33 %
In der PlantFrand-Community haben Nutzer 33 % aller Pflanzen der Art Aloe vera durch Vermehrung erhalten.
Schneiden
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist bei der Aloe vera nicht nötig. Vertrocknete, beschädigte oder unschöne Blätter entfernst Du am besten komplett direkt am Stamm. Kürzt Du ein Blatt nur, wächst es an dieser Stelle nicht mehr nach. Die Schnittstelle verschließt sich von selbst.
Ist die Aloe vera giftig?
Für Katzen und Hunde ist die Aloe vera giftig. Unter der grünen Blatthaut liegt ein gelber, bitterer Saft (Latex), der Aloin und verwandte Stoffe enthält. Fressen Haustiere davon, können Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit die Folge sein. Stelle die Pflanze deshalb außer Reichweite von neugierigen Knabberern. Hat Dein Haustier daran gefressen, sprich mit Deiner Tierärztin oder Deinem Tierarzt.
Auch für Menschen ist dieser gelbe Saft nicht harmlos: Er wirkt stark abführend und kann Magen und Darm reizen. Kleine Kinder sollten deshalb nicht an der Pflanze knabbern. Das klare Gel im Inneren der Blätter enthält dagegen nur sehr wenig davon.
Nicht jede Pflanze mit „Aloe" im Namen ist eine Aloe vera. Die Tiger-Aloe (Gonialoe variegata) oder die Grannen-Aloe (Aristaloe aristata) gehören heute sogar zu eigenen Gattungen. Für die Haut oder zum Verzehr solltest Du solche Pflanzen nicht verwenden.
Aloe vera Gel und Saft: Was ist der Unterschied?

Rae Allen, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons
Die Aloe vera wird seit der Antike als Heilpflanze genutzt und steckt heute in vielen Cremes, Lotionen und Getränken. Dabei ist es wichtig, zwei Bestandteile des Blattes zu unterscheiden:
- Das Gel ist das klare, glibberige Innere des Blattes. Es wird vor allem äußerlich verwendet, zum Beispiel in Pflegeprodukten nach dem Sonnenbad, weil es kühlt und Feuchtigkeit spendet. Auch der im Handel verkaufte „Aloe vera Saft" zum Trinken wird in der Regel aus diesem Gel hergestellt.
- Der gelbe Blattsaft (Latex) sitzt direkt unter der grünen Blatthaut. Er enthält Aloin und wirkt stark abführend. Seit 2021 dürfen Lebensmittel in der EU Stoffe aus dieser Gruppe (sogenannte Hydroxyanthracen-Derivate) nicht mehr in nennenswerter Menge enthalten, da sie im Verdacht stehen, das Erbgut zu schädigen. Abführmittel mit Aloe-Extrakt gibt es nur als Arzneimittel.
Eigenschaften der Aloe vera
Der Name Aloe geht vermutlich auf ein arabisches oder hebräisches Wort für „bitter" zurück, was auf den bitteren Blattsaft anspielt. Das lateinische „vera" bedeutet „wahr" oder „echt". Wegen ihrer fleischigen, bedornten Blätter wird die Aloe vera oft für eine Agave oder einen Kaktus gehalten. Tatsächlich gehört sie zur Familie der Affodillgewächse (Asphodelaceae).
Herkunft
Die ursprüngliche Heimat der Aloe vera liegt vermutlich auf der Arabischen Halbinsel. Da sie seit Jahrtausenden als Nutzpflanze angebaut wird, ist sie heute in vielen warmen Regionen der Welt verbreitet, etwa im Mittelmeerraum, auf den Kanarischen Inseln, in Indien, in der Karibik und in Mexiko.
Blätter

Foto von pisauikan auf Unsplash
Die lanzettlichen Blätter der Aloe vera sind dick und fleischig, denn in ihnen speichert die Pflanze Wasser für trockene Zeiten. Sie wachsen in einer dichten Rosette und sind graugrün, bei jungen Pflanzen oft mit hellen Flecken. Viel Sonne kann sie leicht rötlich färben.
An den Blatträndern sitzen in regelmäßigen Abständen kleine, feste, helle Dornen, die die Pflanze vor Fressfeinden schützen. Die Blattoberfläche ist glatt und mit einer wachsartigen Schicht überzogen, die die Verdunstung verringert.
Blüten

Fawaz.tairou, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Ältere Pflanzen bilden an einem langen Stiel einen Blütenstand mit röhrenförmigen, gelben Blüten, der bis zu 90 Zentimeter lang werden kann. Als Zimmerpflanze blüht die Aloe vera eher selten. Die besten Chancen hast Du mit einer älteren Pflanze, die im Sommer viel Sonne bekommt und im Winter kühl und trocken steht.
Größe und Wuchs
Eine ausgewachsene Aloe vera wird etwa 40 bis 60 Zentimeter hoch und kann ähnlich breit werden. Sie wächst als stammlose oder kurzstämmige Rosette und bildet mit der Zeit zahlreiche Kindel, sodass mit den Jahren eine ganze Gruppe im Topf entsteht.
Größe in der Community
Die Hälfte aller Aloe vera in der PlantFrand-Community ist zwischen 11 cm und 40 cm hoch, typisch sind 26 cm.
Häufige Probleme
Die Aloe vera ist sehr robust. Wenn sie Probleme hat, liegt das fast immer an zu viel Wasser oder zu wenig Licht.
Weiche, matschige oder braune Blätter
Werden die Blätter weich, glasig oder braun und matschig, besonders am Fuß der Pflanze, ist meist zu viel Wasser die Ursache. Die Wurzeln beginnen dann zu faulen. Lass die Erde komplett austrocknen, und prüfe beim Umtopfen die Wurzeln: Gesunde Wurzeln sind fest und hell, faule dunkel und weich. Entferne faule Teile und setze die Pflanze in frische, trockene Kakteenerde. Ist der Stamm bereits durchgefault, kannst Du die Pflanze oft noch über gesunde Kindel retten.
Rote oder rotbraune Blätter
Eine rötliche Färbung ist eine Stressreaktion. Die Pflanze bildet Farbstoffe, die sie schützen, zum Beispiel bei sehr starker Sonne, nach einem Umzug ins Freie, bei Kälte oder bei langer Trockenheit. Meist ist das harmlos, und die Blätter werden wieder grün, wenn die Ursache wegfällt. Sind die Blätter zusätzlich dünn und eingerollt, braucht Deine Aloe vera mehr Wasser.
Dünne, eingerollte Blätter
Rollen sich die Blätter nach innen ein und werden dünn und runzelig, zehrt die Pflanze von ihren Wasserreserven. Gieße sie einmal durchdringend. Nach wenigen Tagen sollten die Blätter wieder praller werden.
Gelbe oder helle Flecken
Helle, gelbliche oder später braune Flecken auf den Blättern sind meist Sonnenbrand. Das passiert vor allem, wenn eine Pflanze aus einem dunklen Geschäft oder nach dem Winter direkt in die pralle Sonne kommt. Die Flecken verschwinden nicht mehr, neue Blätter wachsen aber gesund nach. Gewöhne die Pflanze in Zukunft über etwa zwei Wochen langsam an die Sonne.
Die Blätter kippen um oder die Pflanze wird lang
Hängen die Blätter flach herab, oder wächst die Pflanze lang und schief zum Fenster hin, bekommt sie zu wenig Licht. Stelle sie an einen helleren Platz. Bereits umgeknickte Blätter richten sich meist nicht wieder auf, die neuen wachsen aber wieder kompakter.
Schädlinge
Schädlinge befallen die Aloe vera nur selten. Am häufigsten sind Trauermücken: kleine schwarze Fliegen, deren Larven in dauerhaft feuchter Erde leben. Sie sind ein weiteres Zeichen dafür, dass zu viel gegossen wird. Lässt Du die Erde gründlich austrocknen, verschwinden sie meist von selbst.
Im Winter, wenn die Heizungsluft trocken ist und die Pflanze wenig Licht bekommt, können außerdem Woll- und Schmierläuse oder Schildläuse auftreten. Du erkennst sie an weißen, watteartigen Belägen oder kleinen braunen Höckern, meist in den Blattachseln. Ein früher Befall lässt sich gut behandeln.
Die häufigsten Schädlinge
Schauen wir uns die Daten der PlantFrand-Community an. Diese Schädlinge haben Pflanzen der Art Aloe vera bereits befallen:
Andere
Aktuell sind übrigens 96% all dieser Pflanzen schädlingsfrei.