Dieffenbachie, Schweigohrwurzel

Dieffenbachia seguine

Familie: Araceae

Dieffenbachie, Schweigohrwurzel
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Gießen

Jeden 8. Tag

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Standort

halbschattig

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Substrat

Grünpflanzenerde

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Ø Größe

130 cm

Die Dieffenbachia (auch Schweigohrwurzel) ist bekannt für ihre atemberaubend schöne Blattmusterung mit intensiven Farben, aber auch für ihre Giftigkeit. Wer die Pflanze außer Reichweite kleiner Kinder und Haustiere aufbewahrt und sich selbst beim Umtopfen schützt, der wird dennoch große Freude an ihr als Zimmerpflanze haben.

Die Dieffenbachia gehört übrigens zu der Familie der Aronstabgewächse und ist somit mit der Monstera deliciosa verwandt.

Oft werden Dieffenbachien im Handel auch als Dieffenbachia maculata beschildert. Hierbei handelt es sich jedoch um keine offiziell anerkannte Bezeichnung einer Art laut GBIF. Wer auf der Suche nach Pflegetipps der Dieffenbachia maculata ist, der kann den Tipps auf dieser Seite guten Gewissens gleichermaßen folgen. Anerkannt oder nicht, gepflegt werden möchte jede Pflanze.

Pflege der Dieffenbachia

Die Pflege der Dieffenbachia ist zwar nicht besonders schwierig, aber es gibt ein paar Dinge zu beachten, damit Deine Pflanze gesund und glücklich bleibt.

Standort und Licht

Die Dieffenbachia ist bei richtigem Standort eine äußerst pflegeleichte Pflanze. Am besten stellt man sie hell bis halbschattig, wobei hierbei folgende Faustregel gilt: Je mehr Grün die Blätter tragen, desto besser kommt sie mit wenig Licht zurecht. Je weniger Grün die Blätter tragen, desto heller sollte die Pflanze stehen. Direktes Sonnenlicht ist jedoch zu vermeiden, da dies zum Verbrennen der Blätter führt.

Die Dieffenbachia kommt ursprünglich aus den Tropen Mittel- und Südamerikas und bevorzugt daher eine hohe Luftfeuchtigkeit. Zwar kommt sie auch mit der durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit eines Zimmers zurecht, wird aber so nicht in ihre beste Form kommen. Durch das Heizen im Winter jedoch wird die Luft meist so trocken, dass sich braune Blattränder auf der Dieffenbachia bilden. Besprühen sollte man die Pflanze nicht! Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit nicht, es macht die Blätter lediglich nass und bildet einen wunderbaren Grund für Bakterien und Pilze, die der Pflanze schaden. Im Winter oder für allgemein trockene Räume empfiehlt sich ein Luftbefeuchter oder Wasserverdunster für die Heizung.

Wenn die Möglichkeit besteht, kann die Dieffenbachia auch in ein helles Badezimmer gestellt werden. Hier herrschen optimale Bedingungen in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit.

Gießen

Beim Gießen sollte man Staunässe unbedingt vermeiden. Gleichermaßen bekommt Trockenheit der Dieffenbachia aber auch nicht. Im Schnitt gießt man eine Dieffenbachia einmal pro Woche. Wer auf Nummer sicher gehen will, macht am besten den Fingertest: Hierbei steckt man den Finger zwei bis drei Zentimeter in das Substrat und fühlt, ob es an der Fingerspitze feucht ist. Ist dies der Fall, sollte man lieber mit den Wässern warten. Ist es an der Fingerspitze trocken, kann gegossen werden.

Eine weitere beliebte Art die Dieffenbachia zu wässern ist das Tauchen. Es ist wichtig, dass die Pflanze hierbei in einem Topf mit Ablauflöchern sitzt. Diesen taucht man in einen mit Wasser gefüllten Eimer und lässt ihn so lange darin stehen, bis keine Luftblasen mehr aus der Erde empor steigen. Anschließend nimmt man den Topf aus dem Eimer heraus, lässt überschüssiges Wasser ablaufen und kann die Pflanze wieder an ihren gewohnten Platz zurückstellen.

Düngen

Der Nährstoffbedarf steigt bei der Dieffenbachia in den Monaten zwischen März und Oktober. Während dieser Monate sollte man sie wöchentlich mit gewöhnlichen Grünpflanzendünger versorgen.

Umtopfen

Wie bei vielen Pflanzen ist die beste Zeit zum Umtopfen der Frühling. Ist man im Besitz einer gesund wachsenden Dieffenbachia, empfiehlt es sich, die Pflanze spätestens alle zwei Jahre in einen größeren Topf zu setzen. Da die Pflanze hoch wächst, sollte man stets einen tiefen Topf nutzen, denn bei einem flachen Topf droht die Pflanze eines Tages umzukippen.

Dieffenbachia vermehren

Am einfachsten gelingt die Vermehrung über das Abtrennen der kleinen Ableger, die die Pflanze mit der Zeit ganz von allein entwickelt. Wenn diese bereits zwei oder mehr Blätter tragen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie bereits auch ihr eigenes Wurzelsystem gebildet haben.

Die Dieffenbachia kann auch durch Stecklinge vermehrt werden, die man zum Schlagen von Wurzeln ins Wasser stellt. Die Stecklinge kann man vorsichtig in ein Substrat der Wahl pflanzen, wenn sie mindestens 10 Zentimeter lange Wurzeln entwickelt haben.

Substrat

Die Dieffenbachia gibt sich mit verschiedenen Substraten zufrieden. Das Substrat sollte locker sein, damit sich die Wurzeln ungehindert ausbreiten können.

Bei Pon oder Seramis ist darauf zu achten, dass nicht zu viel Wasser im Topf bleibt, da dies schnell zur Wurzelfäule führen kann.

Wer lieber Erde nutzt, dem ist für die Dieffenbachia reguläre Grünpflanzen- oder Palmenerde zu empfehlen.

Schneiden

Das Schneiden ist normalerweise nicht notwendig und wegen des giftigen Pflanzensaftes auch nicht zu empfehlen. Alte Blätter kann man vorsichtig per Hand entfernen, zur Sicherheit sollte man sich anschließen aber umgehend die Hände waschen.

Eigenschaften der Dieffenbachia

Nachdem Du nun ein wenig mehr über die Pflege dieser schönen Pflanze weißt, werfen wir einen Blick auf ihre Eigenschaften.

Herkunft

Die Dieffenbachia ist ursprünglich in den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas beheimatet. Um ihr optimale Bedingungen zu bieten, sollte man für eine höhere Luftfeuchtigkeit sorgen. Hierzu kann man sie beispielsweise in einer Pflanzenvitrine unterbringen oder einen Raumbefeuchter in der Nähe aufstellen.

Größe und Wuchs

Die maximale Größe kann je nach Art variieren, eine Dieffenbachia kann aber im Schnitt bei guter Pflege um die zwei Meter groß werden. Die untersten Blätter sehen bei alten Pflanzen zunehmend mitgenommener aus und können bei Bedarf entfernt werden, bevor die Pflanze sie eines Tages von selbst abwirft. Im hohen Alter entwickelt sich so aus dem mittigen Stängel ein stabiler Stamm.

Blüte der Dieffenbachia

Die Blüte der Dieffenbachia ist ein für Aronstabgewächse typischer Kolben, der von einem Hüllblatt umgeben ist. Die Blüte ist weiß und hält nur wenige Tage. Für gewöhnlich tauchen Blüten nur bei sehr alten Pflanzen auf. Der Wuchs der Blüte kostet die Pflanze viel Kraft, die ihr während dieser Phase für das Wachstum von Blättern fehlt. Wem die Blüte also nicht wichtig ist, der kann sie bereits frühzeitig abschneiden. Ganz zu Beginn kann sie mit einem neuen Blatt verwechselt werden, spätestens wenn der Kolben zu sehen ist, gibt sie sich jedoch als Blüte zu erkennen.

Ist die Dieffenbachia giftig?

Der Pflanzensaft der Dieffenbachia ist giftig und sollte nicht unterschätzt werden. Im Saft befinden sich Calciumoxalatkristalle, die (vereinfacht ausgedrückt) winzige spitze Nadeln sind und die Pflanze davor schützen sollen verspeist zu werden. Geraten diese winzigen Nadeln mit der Haut in Kontakt, können schmerzende Hautreizungen entstehen. Viel schlimmer wird es jedoch, wenn sie über den Pflanzensaft in die Augen oder in den Mund gelangen. In diesem Fall sollte man umgehend einen Arzt (oder Tierarzt bei Haustieren) aufsuchen.

Verschiedene Arten der Dieffenbachia

Laut GBIF zählt man aktuell knapp unter 200 verschiedene Arten der Dieffenbachia. Sie unterscheiden sich in Blattgröße, Blattzeichnung und Farben auf den Blättern, teilen jedoch allesamt ähnliche Pflegebedürfnisse. Bei der Unterscheidung handelt es sich oft feine Unterschiede, auf die sich die Wissenschaftler der Botanik geeinigt haben.

Im Handel gängige Arten der Dieffenbachia

  • Dieffenbachia seguine: Die wohl am häufigsten im Handel auftauchende Art, zu der verschiedene Hybriden zählen.
    • Camilla
    • Green Magic
    • Lemon Tropic
    • Reflector
    • Tiki
    • Tropic Snow
    • White Amazon
    • White Etna
  • Dieffenbachia maculata: Grüne Blätter mit cremefarbenem Muster in der Mitte.
  • Dieffenbachia exotica: Maximale Blattlänge von 30 Zentimetern, dunkelgrüne Blätter mit weiß grüner Musterung.
  • Dieffenbachia X bausei: Maximale Blattlänge von 30 Zentimetern, hellgrüne Blätter mit dunkelgrünem Rand und Flecken in weiß und dunkelgrün.
  • Dieffenbachia amoena: Sieht der Dieffenbachia maculata ähnlich, hat im Vergleich aber länger geformte Blätter.
  • Dieffenbachia bowmannii: Die Blätter können gigantische Maße von einem halben Meter Länge annehmen, sind dunkelgrün und tragen weiß grüne Flecken.
  • Dieffenbachia imperialis: Die Blätter können gigantische Maße von einem halben Meter Länge annehmen, sind dunkelgrün und tragen gelbgrüne Flecken.
  • Dieffenbachia oerstedii: Weiße Mittelader und dunkelgrüne Blätter ohne Musterung.

Schädlinge

Obwohl Dieffenbachien in der Regel problemlose Pflanzen sind, können sie anfällig für Schädlinge sein.

Spinnmilben auf der Dieffenbachia

Wenn die Dieffenbachia von Tag zu Tag kraftloser aussieht und die Blätter langsam ihr saftiges Grün verlieren, könnte es sich um einen Spinnmilbenbefall handeln. Diese sitzen meist auf der Blattunterseite und lassen sich leicht übersehen, da sie winzig klein sind. Sie hinterlassen jedoch auch Spinnweben (daher auch der Name Spinnweben), die man bei genauerem Hinsehen an den Blättern der Dieffenbachia erkennen kann.

Wenn die Dieffenbachia von Spinnmilben befallen ist, sollte man als ersten die Pflanze vorsichtig abduschen und die Blätter vorsichtig mit einem Tuch abwischen. Im Anschluss kann man die Blätter großzügig mit Neemöl behandeln. Danach sollten die Spinnmilben fort sein und die Pflanze kann sich langsam erholen. Vorsichtshalber sollte man dennoch regelmäßig die Pflanze nach eventuellen Überlebenden absuchen, um keinen Rückfall zu riskieren.


Foto von ANKUR MADAN auf Unsplash