Citrullus lanatus

Wassermelone anbauen, pflegen & ernten

Wassermelone · Dessert-Wassermelone

Citrullus lanatus

Familie: Cucurbitaceae

Von Livia Gaweiler · Aktualisiert am

Pflege

Gießen

Alle 7 Tage

Standort

unklar

Substrat

Kräuter- und Gemüseerde

Typische Größe

197 cm

Vermehrung

0 % vermehrt

Häufigster Schädling

Keine bekannt

Erfahrungswerte aus der PlantFrand-Community

Erinnerungen fürs Gießen

Die PlantFrand-App sagt Dir, wann Deine Citrullus lanatus Durst hat.

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Wassermelonen (Citrullus lanatus) brauchen keine großen Felder in Südeuropa. Mit genug Sonne und Wärme kannst Du sie auch im Garten, im Gewächshaus oder als Mini-Wassermelone im Topf auf dem Balkon anbauen. Hier erfährst Du, wie Du Wassermelonen selber aus Kernen ziehst, richtig pflegst und erkennst, wann sie reif sind.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Standort: vollsonnig, warm und windgeschützt
  • Gießen: regelmäßig und gleichmäßig, direkt auf den Boden, ohne Staunässe
  • Erde: nährstoff- und humusreich, locker, im Topf Gemüseerde mit guter Drainage
  • Düngen: von Juni bis August alle zwei Wochen organisch, ab Fruchtansatz kaliumbetont
  • Aussaat: ab Mitte April im Haus vorziehen, bei 22 bis 25 °C
  • Auspflanzen: nach den Eisheiligen, wenn die Nächte über 12 °C bleiben
  • Topf: mindestens 30 Liter, besser 40 bis 50 Liter, am besten mit Mini-Sorten
  • Ernte: etwa 35 bis 45 Tage nach der Bestäubung, zwei bis vier Früchte pro Pflanze
  • Winterhart: nein, die Wassermelone ist einjährig und verträgt keinen Frost

Wassermelone anbauen

Wassermelone selber ziehen aus Kernen

Wassermelonen brauchen eine lange, warme Saison. Ziehe sie deshalb ab Mitte April im Haus vor. Lege je zwei bis drei Kerne etwa zwei Zentimeter tief in einen kleinen Anzuchttopf mit Anzuchterde. Bei 22 bis 25 °C keimen sie nach etwa einer Woche. Später lässt Du den kräftigsten Keimling stehen.

Stelle die Töpfe an einen hellen, warmen Platz ohne kalte Zugluft. Das Substrat sollte gleichmäßig feucht, aber nie nass sein. Wassermelonen mögen es nicht, wenn ihre Wurzeln gestört werden. Topfe sie deshalb vorsichtig mit dem ganzen Wurzelballen um.

Kerne aus einer gekauften Melone keimen nicht immer. Viele Wassermelonen aus dem Supermarkt sind kernlos, und ihre weißen, weichen Kerne sind leer. Schwarze Kerne aus einer Melone mit Kernen keimen oft, aber stammt die Frucht von einer F1-Hybride, sieht der Nachwuchs anders aus als die Mutterpflanze. Für eine sichere Ernte nimmst Du besser Saatgut einer Sorte, die für unser Klima gezüchtet wurde.

Wassermelone im Garten anbauen

Im Garten braucht die Wassermelone den sonnigsten, wärmsten und windgeschütztesten Platz, den Du hast. Jeder Sonnentag zählt. In kühlen Regionen lohnt sich ein Gewächshaus oder ein Folientunnel, denn dort ist es wärmer und die Pflanzen sind vor Wind geschützt.

Pflanze Deine Wassermelonen erst nach den Eisheiligen Mitte Mai aus, wenn die Nächte dauerhaft über 12 °C bleiben. Schon leichter Frost lässt die Pflanze eingehen, und auch kühle Nächte bremsen sie lange. Rechne pro Pflanze mit etwa einem Quadratmeter Platz, bei großen Sorten auch mehr. Eine Mulchschicht aus Stroh hält den Boden warm und die Früchte sauber.

Mini-Wassermelone anbauen

Auf dem Balkon und im Topf sind Mini-Wassermelonen die beste Wahl. Diese Sorten bleiben kompakter, reifen schneller und bilden Früchte von etwa ein bis drei Kilogramm. Bekannte Sorten sind zum Beispiel 'Sugar Baby', 'Mini Love' oder die gelbschalige 'Golden Midget'.

Diese Formen und Sorten der Citrullus lanatus kennt PlantFrand:

  • Crimson Sweet
  • Jubilee
  • Sugar Baby
  • Moon and Stars
  • Carolina Cross
  • Golden Midget
  • Orangeglo
  • Cream of Saskatchewan
  • Melitopolski
  • Densuke
  • Tom Watson
  • Georgia Rattlesnake
  • Black Diamond

Auch eine Mini-Wassermelone braucht viel Sonne und Schutz vor Wind. Ideal ist ein Balkon nach Süden oder Südwesten. Auf einem Nordbalkon ist es für Wassermelonen schlicht zu dunkel und zu kühl.

Weil auf dem Balkon oft nur wenige Insekten unterwegs sind, solltest Du die Blüten von Hand bestäuben. Wie das geht, liest Du weiter unten bei den Blüten.

Wassermelone im Topf pflanzen

Für eine Wassermelone im Topf brauchst Du ein großes Gefäß: mindestens 30 Liter, besser 40 bis 50 Liter pro Pflanze. Der Topf braucht ein Abzugsloch und eine Drainageschicht, denn Staunässe verträgt die Wassermelone nicht. Ein dunkler Topf in der Sonne wärmt die Wurzeln zusätzlich.

Im Topf wächst die Pflanze am besten an einer Rankhilfe nach oben. So spart sie Platz und die Früchte liegen nicht auf dem Balkonboden.

Drinnen auf der Fensterbank wird es schwierig. Die Ranken werden schnell ein bis zwei Meter lang, und hinter Glas fehlen Licht und Insekten. Ein heller Wintergarten oder ein Gewächshaus funktioniert deutlich besser.

Wassermelone ernten

Ab der Bestäubung braucht eine Wassermelone etwa 35 bis 45 Tage bis zur Reife, Mini-Sorten oft weniger. Weil man das selten genau notiert, helfen diese Zeichen:

  • Die Ranke trocknet: Die kleine Ranke direkt am Fruchtstiel wird braun und trocken.
  • Der Bodenfleck wird gelb: Die Stelle, an der die Melone aufliegt, wechselt von Weiß zu Cremegelb.
  • Die Schale wird matt: Die glänzende Schale wird matt und hart.
  • Sie klingt hohl: Klopfst Du auf eine reife Melone, klingt sie dumpf und hohl statt hell.

Warte nicht zu lange mit der Ernte. Eine überreife Wassermelone wird mehlig und schmeckt wässrig. Nach der Ernte reift sie nicht mehr nach.

Wie viele Melonen wachsen an einer Pflanze?

In Mitteleuropa kannst Du mit zwei bis vier Früchten pro Pflanze rechnen. Mini-Wassermelonen bilden oft vier bis sechs kleinere Früchte. Bei großen Sorten lohnt es sich, nur zwei bis drei Früchte stehen zu lassen und weitere früh zu entfernen. Dann steckt die Pflanze ihre Kraft in wenige Melonen, die größer und süßer werden.

Pflege der Wassermelone

Standort

Wassermelonen brauchen einen vollsonnigen, warmen und windgeschützten Standort. Im Freien kommen sie erst, wenn es stabil warm ist. Bis dahin bleiben die jungen Pflanzen im Haus.

Pflanze sie im Garten nicht dorthin, wo im Vorjahr schon Kürbisgewächse wie Gurken, Zucchini oder Kürbisse standen. Sie werden von denselben Krankheiten befallen, die sich sonst im Boden halten.

Dies sind die Standorte, an denen die PlantFrand-Community ihre Citrullus lanatus platziert:

50% absonnig

50% sonnig

Gießen

Gieße Deine Wassermelone regelmäßig und gleichmäßig, vor allem während die Früchte wachsen. Wechseln trockene und sehr nasse Phasen, platzen die Früchte leicht. Staunässe verträgt die Pflanze trotzdem nicht.

Gieße am besten morgens direkt auf den Boden und nicht über die Blätter, denn nasse Blätter fördern Mehltau. Das Wasser sollte nicht kalt sein, abgestandenes Regenwasser ist ideal. In der letzten Woche vor der Ernte kannst Du etwas weniger gießen, dann schmecken die Früchte aromatischer.

Substrat

Die Wassermelone gehört zu den Kürbisgewächsen und ist wie alle Pflanzen dieser Familie ein Starkzehrer. Sie braucht einen nährstoffreichen, humusreichen und lockeren Boden. Im Garten kannst Du vor dem Pflanzen reichlich Kompost einarbeiten.

Im Topf eignet sich hochwertige Gemüse- oder Kübelpflanzenerde. Achte auf eine gute Drainage, damit sich kein Wasser staut.

Dies sind die in der PlantFrand-Community am meisten verwendeten Substrate für die Citrullus lanatus:

Kräuter- und Gemüseerde
100%

Substrate für Pflanzen findest Du in jedem Baumarkt, Gartencenter und vielen Geschäften, die Pflanzen verkaufen. Alternativ kannst Du passende Substrate für Deine Citrullus lanatus auch online kaufen.

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Düngen

Dünge Deine Wassermelone von Juni bis August alle zwei Wochen. Am besten eignet sich ein organischer Gemüsedünger. Sobald sich Früchte bilden, ist ein kaliumbetonter Dünger sinnvoll, denn zu viel Stickstoff fördert vor allem Blätter statt Früchte.

Passende Düngemittel für die Citrullus lanatus

Das Angebot organischer Düngemittel ist groß und Du kannst sie sowohl online als auch in den Geschäften in Deiner Nähe finden. COMPO ist eine sehr zu empfehlende Marke, wenn Du Flüssigdünger bevorzugst.

Düngestäbchen sind eine gute Alternative zum Flüssigdünger. Die Stäbchen von KleePura sind allgemein für Gemüse, Kräuter und Obst zu empfehlen, da das organische Mittel keine negativen Folgen beim späteren Verzehr verursachen wird.

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Schneiden

Ein Rückschnitt ist kein Muss, sorgt aber für mehr Früchte auf weniger Platz. Kneife die Spitze des Haupttriebs nach dem fünften oder sechsten Blatt ab. Dann bildet die Pflanze Seitentriebe, an denen die weiblichen Blüten sitzen.

Hat ein Seitentrieb eine Frucht angesetzt, kürzt Du ihn ein bis zwei Blätter hinter der Frucht ein. Seitentriebe ohne Blüten kannst Du entfernen, sobald die Pflanze genug Früchte trägt.

Rankhilfe für die Wassermelone

Behaarter Trieb einer Wassermelone mit Ranken und gelben Blütenknospen an einer Rankhilfe

Eine Wassermelone kann flach auf dem Boden wachsen. Eine Rankhilfe spart aber viel Platz und ist für Wassermelonen im Topf und auf dem Balkon fast unverzichtbar. Die Pflanze hält sich mit ihren Ranken selbst fest. Gib ihr ein stabiles Rankgitter, Spalier oder gespannte Schnüre von etwa 1,5 bis 2 Metern Höhe.

Mini-Wassermelonen hängen problemlos an einer Rankhilfe. Werden die Früchte schwerer als etwa ein Kilogramm, solltest Du sie stützen, damit sie nicht abreißen. Ein Netz, ein Stück Strumpfhose oder ein Stoffbeutel, den Du an der Rankhilfe befestigst, trägt das Gewicht.

Eigenschaften der Wassermelone

Wo wachsen Wassermelonen?

Die Wassermelone stammt aus dem Nordosten Afrikas. Ihr nächster wilder Verwandter ist die Kordofan-Melone aus dem Sudan. Schon im alten Ägypten wurde sie vor über 4000 Jahren angebaut. Deshalb liebt sie Wärme und Sonne und verträgt keine Kälte.

Heute wachsen Wassermelonen in warmen Regionen auf der ganzen Welt. Mit Abstand das meiste ernten China, gefolgt von Ländern wie der Türkei, Indien und Iran. In Europa kommen sie vor allem aus Spanien, Italien und Griechenland. Bei uns gelingt der Anbau in warmen Sommern im Garten, im Gewächshaus oder auf einem sonnigen Balkon.

Größe und Wuchs

Die Wassermelone ist eine einjährige Pflanze mit langen Trieben, die am Boden kriechen oder mit Ranken klettern. Je nach Sorte werden die Triebe drei bis fünf Meter lang, bei großen Sorten auch länger. Mini-Wassermelonen bleiben mit etwa ein bis zwei Metern deutlich kompakter.

Blätter

Die Blätter der Wassermelone sind tief gelappt und meist in drei bis fünf Abschnitte geteilt, die selbst noch einmal eingeschnitten sind. Damit unterscheiden sie sich deutlich von den eher rundlichen Blättern von Gurke, Kürbis oder Zucchini. Sie sind etwa 10 bis 20 Zentimeter lang, beidseitig behaart und fühlen sich rau an. Auch Stängel und Ranken sind dicht behaart.

Gelbe Blätter an der Basis sind bei älteren Pflanzen normal. Werden junge Blätter gelb, fehlen meist Nährstoffe oder es ist zu kalt oder zu nass. Ein weißer, mehliger Belag deutet auf Mehltau hin, ein hell-dunkel geflecktes Muster auf das Mosaikvirus.

Blüten

Offene gelbe Blüte einer Wassermelone neben einem tief gelappten, behaarten Blatt

Prenn, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Blüten der Wassermelone sind hellgelb, etwa drei Zentimeter groß und sitzen einzeln in den Blattachseln. Die Pflanze ist einhäusig getrenntgeschlechtig: An derselben Pflanze wachsen männliche und weibliche Blüten, aber getrennt voneinander.

Zuerst erscheinen nur männliche Blüten, und sie bleiben in der Überzahl. Die weiblichen Blüten erkennst Du an der kleinen, behaarten Mini-Melone direkt unter der Blüte. Jede Blüte ist nur einen Tag lang geöffnet.

So bestäubst Du Wassermelonen von Hand: Pflücke am Vormittag eine frisch geöffnete männliche Blüte, entferne die Blütenblätter und tupfe die Staubgefäße sanft auf die Narbe in der Mitte der weiblichen Blüte. Eine männliche Blüte reicht für zwei bis drei weibliche. Ist die Bestäubung gelungen, wächst die kleine Frucht in den nächsten Tagen sichtbar. Sonst wird sie gelb und fällt ab.

Früchte

Die Früchte, die ebenfalls Wassermelone heißen, sind im Sommer ein beliebter, erfrischender Snack. Die meisten Sorten sind rund oder oval, dunkelgrün mit hellgrünen Streifen oder einfarbig grün. Es gibt auch Sorten mit gelber Schale oder gelbem Fruchtfleisch. Das Fruchtfleisch besteht zu etwa 90 Prozent aus Wasser.

Wächst die Pflanze an einer Rankhilfe, hängen die Früchte an den Trieben herab. Da sie schwer werden und abreißen können, solltest Du größere Früchte mit einem Netz stützen.

Ist die Wassermelone ein Obst oder Gemüse?

Beides, je nachdem, wen Du fragst. Botanisch ist die Wassermelone eine Frucht, genauer eine Panzerbeere wie Gurke und Kürbis. Im Gartenbau zählt sie dagegen zum Fruchtgemüse, weil sie eine einjährige Pflanze ist und wie Gemüse angebaut wird. In der Küche wird sie wegen ihres süßen Geschmacks wie Obst behandelt.

Schädlinge und Krankheiten

Allgemein gilt die Wassermelone als robuste Pflanze. Aber auch sie ist nicht gänzlich immun gegen Schädlinge und Krankheiten.

Die häufigsten Schädlinge

Sieht so aus, als gäbe es noch keine Daten über Schädlinge, die sich gern über die Citrullus lanatus hermachen. Aktuell sind nämlich 100% dieser Pflanzen in der PlantFrand-Community schädlingsfrei.

Die häufigsten Krankheiten

Ist die Pflanze zum Beispiel durch unzureichende Pflege geschwächt, können sich Echter Mehltau und Falscher Mehltau auf ihr bilden. Greife hier frühzeitig ein: Entferne die befallenen Blätter und behandle die Pflanze mit einem geeigneten Mittel.

Außerdem kann sich die Wassermelone mit dem Mosaikvirus anstecken, das sich leider nicht bekämpfen lässt. Entdeckst Du es an Deiner Wassermelone und sie wächst im Garten oder im Hochbeet mit anderen Pflanzen, solltest Du sie schnell entfernen. Das Virus kann auf benachbarte Pflanzen übergehen und dort großen Schaden anrichten.